Bild: Demonstration einer Herzdruckmassage 
Ein Defibrillator allein rettet
nur wenig Betroffene; © SXC

Dies zeigt eine erste Auswertung des Reanimationsregisters, die auf dem Deutschen Anästhesiecongress in Hamburg vorgestellt wurde. In Deutschland erleiden jedes Jahr schätzungsweise 100.000 Menschen einen plötzlichen Herztod. Bisher gingen die Experten davon aus, dass die meisten durch eine Defibrillation wiederbelebt werden können. Dies ist im Prinzip immer möglich, wenn der Herztod die Folge einer Herzrhythmusstörung ist. Die Defibrillation ermöglicht dem Herzen einen Neustart.

In der Praxis ist eine Defibrillation jedoch nur bei jedem vierten Patienten möglich, erklärt Professor Mathias Fischer, Chefarzt der Klinik am Eichert in Göppingen. Diese Erkenntnis verdankt er einer Analyse des Reanimationsregisters. Notärzte aus ganz Deutschland haben hier, während deren Erprobungsphase, mehr als 1000 Notfalleinsätze dokumentiert.

Der Anteil der Patienten mit Herzrhythmusstörung, die mittels elektrischer Defibrillation zu therapieren waren, lag im Mittel bei 26,7 Prozent. "Im Vergleich mit Untersuchungen aus den 90iger Jahren bedeutet dies eine dramatische Abnahme", sagt Fischer.

Die Gründe seien derzeit nicht genau bekannt. Sollten sich der Trend jedoch bestätigten, ist dies ein wertvoller Hinweis für die derzeit diskutierte Empfehlung, an vielen öffentlichen Orten Laien-Defibrillatoren aufzustellen. Es handelt sich dabei um halbautomatische Geräte, die auf Knopfdruck selbstständig erkennen, ob eine Defibrillation sinnvoll ist und diese dann durchführen. Auch Ersthelfer könnten den "Defi" bedienen, bevor der Notarzt eintrifft.

Bevor jedoch Laien wie Notärzte defibrillieren, sollte mit der Wiederbelebung, Herzdruckmassage und Beatmung, begonnen werden. Alle Reanimationsmaßnahmen zusammen sind nach der Auswertung des Reanimationsregisters in etwa 46 Prozent der Fälle erfolgreich: Das Herz der Patienten beginnt wieder zu pumpen. Viele Patienten sterben dennoch während des Transports oder in der Klinik.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften