Die schwere nekrotisierende Pankreatitis (SNP) hat eine hohe Mortalität. Das liegt vor allem an häufigen Infektionen und dem Risiko eines Multiorganversagens. Neben dem „acute respiratory distress syndrome (ARDS)“ als häufige Ursache des pulmonalen Organversagens kann auch der erhöhte intraabdominelle Druck (IAP) zu einer restriktiven Ventilationsstörung führen. In einer kleinen Fallserie wurde jetzt untersucht, ob eine dekomprimierende Laparotomie (DL) zur Therapie einer refraktären respiratorischen Insuffizienz bei SNP und gleichzeitigem Vorliegen eines erhöhten IAP eingesetzt werden kann.

An dieser Studie, die im Universitätsklinikum Regensburg durchgeführt wurde, nahmen drei Patienten im Alter von 56, 49 und 74 Jahren teil. Alle litten an einer SNP. Gleichzeitig hatten sie einen intravesiculär gemessenen erhöhten IAP von mehr als 20mmHg. Dies entspricht der Definition eines abdominellen Kompartmentsyndroms. Die Probanden wurden einer DL unterzogen und man wertete die Änderungen der Beatmungsparameter aus.

Bei allen drei Patienten verschlechterte sich innerhalb von drei Tagen nach Aufnahme die respiratorische Compliance dramatisch, der Oxygenierungsindex (paO2/FiO2) fiel auf unter 80 mmHg. Gleichzeitig lag ein AKS mit Zwerchfellhochstand vor. Nach Durchführung einer DL stieg der Oxygenierungsindex auf durchschnittlich 140 mmHg an und alle drei Patienten konnten in der Folge lungenprotektiv beatmet werden. Zwei der drei Patienten überlebten die Erkrankung. Die abdominelle Wunde wurde entweder operativ verschlossen oder es fand eine sekundäre Wundheilung statt.

Für die Indikation einer DL müssen Kriterien erarbeitet werden, um den Anteil der restriktiven Ventilationsstörung beim abdominellen Kompartmentsyndrom abschätzen zu können.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion