Dem Grippe-Virus keine Chance lassen

Will der Pandemie zuvorkommen:
Professor Ludwig
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Professor Ludwig vom Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) der Universität Münster unterstreicht nachdrücklich die Notwendigkeit gezielter und schnell wirksamer Strategien zum Schutz vor Grippe-Viren und ihren durch immer neue Mutationen entstehenden Varianten.

Da Grippe-Viren die tückische Eigenschaft haben, immer neue Varianten zu bilden, ist irgendwann auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung beispielsweise des ursprünglichen Vogelgrippe-Virus nicht mehr ausgeschlossen. Dann könne es, wie Virologen befürchten, schnell zu einer Pandemie, einer weltweiten Verbreitung kommen - ähnlich der Grippe-Pandemie unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg, der rund 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Anders als die bisherigen Ansätze zur Entwicklung von Grippevirus-Killern setzt Prof. Ludwig nicht beim Virus selbst an, sondern richtet sein Augenmerk auf die Wirtszellen, die Lungenepithel-Zellen, wo die Viren ihr gefährliches Spiel beginnen.

Im Rahmen seiner Forschungen über die Interaktionen zwischen Virus und Wirtszelle konnte er einen zellinternen Signalweg nachweisen, mit dessen Hilfe das Virus-Genom nach seiner Vermehrung aus dem Zellkern geschleust wird, um in neue Viruspartikel verpackt zu werden.

Experimentell konnte der Wissenschafter bereits nachweisen, dass die Virusvermehrung tatsächlich blockiert wird, wenn dieser Signalweg in der Wirtszelle entsprechend beeinflusst wird. Gleichzeitig konnte er zeigen, dass die Bildung resistenter Varianten auf diese Weise eingeschränkt wird.

Sollte die Pharmaindustrie ihre bisherige Zurückhaltung auf diesem Gebiet überwinden und auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse in die Entwicklung entsprechender Medikamente einsteigen, könne das eines Tages einen tatsächlichen Durchbruch in der Grippebekämpfung bedeuten, so der Wissenschaftler.

MEDICA.de; Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster