Dem Tumor den Atem nehmen

Foto: Schnorchler unter Wasser

Ohne Sauerstoff wird das Tumor-
wachstum eingeschränkt; © panther-
media.net/Nick Fingerhut

Im Fokus ihres Interesses stehen dabei Enzyme, die als molekulare Sauerstofffühler aktiv sind – die Prolyl-4-Hydroxylase Domäne (PHD) Enzyme. Sie steuern die Reaktion der Zelle im Falle einer Sauerstoff-Unterversorgung.

In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt haben die Göttinger Mediziner überprüft, inwieweit eine Blockierung der PHD-Enzyme das Tumorwachstum beeinflusst. Dazu stellten sie genetisch manipulierte Brustkrebszellen her, denen der Sauerstofffühler PHD2 weitgehend fehlt. Interessanterweise konnte als Folge der verminderten PHD2-Menge in einem Zell-Modell für massiv wuchernden Brustkrebs ein deutlich gesteigertes Tumorwachstum beobachtet werden. In einem Modell für nicht-wuchernden Brustkrebs war das Tumorwachstum dagegen sogar gehemmt. Anhand eines RNA-Screens konnten die Wissenschaftler potenzielle Gene identifizieren, die für das PHD2-abhängige Tumorwachstum verantwortlich sein könnten.

In einer zweiten Projektphase wollen die Göttinger nun der Zusammenhang zwischen dem Sauerstofffühler PHD2, dem Tumorwachstum und den neu identifizierten Kandidatengenen weiter untersuchen. Ziel ist es, Ansatzpunkte für eine Therapie zu finden, die die Anpassung des Tumors an den Sauerstoffmangel aufhebt und damit das Tumorwachstum verhindert.

MEDICA.de; Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung