Dem Virus in die Hände gespielt

Foto: Hand mit Spritze

Die Pockenimpfung wird heute nicht
mehr flächendeckend durchgeführt.
© SXC

Das Team um Raymond Weinstein geht davon aus, dass der Impfstoff, der eingesetzt wurde, um die Pocken zu bekämpfen, einen gewissen Schutz gegen das Aids-Virus geboten hat. Da er jetzt nicht mehr eingesetzt wird, kann sich auch HIV leichter verbreiten.

Tests legen nahe, dass die Impfung beeinflusst, wie rasch sich HIV vermehrt. Das Wissenschaftler-Team betont jedoch, dass es noch zu früh sei, eine Pockenimpfung zur Bekämpfung von HIV zu empfehlen. Die Immunisierung gegen Pocken wurde von den fünfziger Jahren bis zu den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts schrittweise zurückgenommen, gefolgt von der weltweiten Ausrottung.

Die Wissenschaftler argumentieren, dass sich HIV seit damals exponentiell ausgebreitet hat. Heute werden nur noch Wissenschaftler und medizinisches Fachpersonal, die mit der Krankheit in Berührung kommen, geimpft. Um einen möglichen Zusammenhang zu finden, wurden die weißen Blutkörperchen von Menschen, die erst kürzlich geimpft worden waren auf ihre Reaktion auf HIV hin untersucht. HIV vermehrte sich in den Blutzellen dieser Menschen deutlich langsamer als bei der nichtgeimpften Kontrollgruppe. Der Impfstoff schien die Vermehrung des Virus um das Fünffache zu senken. Das Team geht davon aus, dass eine Impfung durch langfristige Veränderungen des Immunsystems einen Schutz gegen HIV bieten kann.

MEDICA.de; Quelle: George Mason University