Schnarchen ist nicht nur lästig, sondern auch anstrengend. Oft sehen Betroffene nur noch den Ausweg einer Operation, bei der ein Chirurg mit einem Laser Teile des Gaumens und des Zäpfchens entfernt. Als Laser dient dabei oft der recht kostengünstige CO2-Laser. Sein Licht kann jedoch nicht durch einen Lichtleiter geführt werden. Um es dennoch an die richtige Stelle im Mund des Patienten zu lenken, besitzt der Laser einen Gelenkarm, was ihn unhandlich macht.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT in Aachen und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg haben nun einen Diodenlaser passender Wellenlänge entwickelt, der dieses Problem löst. „Das Laserlicht lässt sich mit einer sehr dünnen Lichtleitfaser lenken“, sagt Dr. Konstantin Boucke, Projektleiter am ILT. „Statt mit einem sperrigen Spiegelarm zu hantieren, kann der Chirurg die flexible Lichtleitfaser leicht in den Mundraum des Patienten einführen.“

Das Besondere an diesem Diodenlaser ist seine Wellenlänge von zwei Mikrometern. „Licht dieser Wellenlänge wird von biologischem Gewebe gut absorbiert, der Laserstrahl dringt also nicht tief ein. Ein Chirurg kann mit diesem Laser sehr kontrolliert schneiden.

In einem anderen Betriebsmodus kann Strahlung mit einer Wellenlänge von 800 bis 980 Nanometern abgegeben werden, womit sich Blutungen gut stillen lassen. Daher eignet sich der Laser für jegliche Art von Weichteilchirurgie. Um einen Diodenlaser dieser Wellenlänge zu realisieren, mussten die Forscher ein besonderes Material – Gallium-Antimonid – verwenden und den optischen Aufbau anpassen. Denn die üblichen Kameras, die beim Justieren des Laserstrahls helfen, waren für Wellenlängen von zwei Mikrometern nicht empfindlich genug.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft