Wenn Eltern an einer depressiven Erkrankung leiden, dann ist das Risiko, dass auch die Kinder psychisch auffällig werden, zwei- bis dreifach höher. In der Regel beginnen die Probleme bei den Kindern bereits vor der Pubertät. Wie man psychisch kranken Kinder depressiver Eltern am besten hilft, wird noch kontrovers diskutiert. Es gibt zum Beispiel nur wenige Daten darüber, ob die Behandlung depressiver Eltern auch die psychischen Probleme von deren Kindern lindert.

In einer Studie werden nun 151 Kinder im Alter zwischen sieben und 17 Jahren untersucht, deren depressive Mütter medikamentös behandelt werden. Die Studie dauert noch an, doch es gibt bereits erste Zwischenergebnisse:

Gelang es, bei den Müttern innerhalb von drei Monaten eine Remission der Symptome zu erreichen – lagen die Werte im „Hamilton Rating Scale for Depression (HRSD)“ also unter sieben Punkte – dann verringerten sich auch bei den Kindern die psychischen Beschwerden, und zwar um durchschnittlich elf Prozent. 33 Prozent der Kinder, deren Mütter remittierten, erlebten ebenfalls eine komplette Remission ihrer Beschwerden. Gemessen wurde dies anhand des „Kiddie Schedule for Affective Disorders“, der „Child Behavior Checklist“ und der „Child Global Assessment Scale”.

Bei den Kindern jener Mütter, bei denen die medikamentöse Behandlung nicht anschlug, stiegen die Beschwerden und Symptome dagegen um rund acht Prozent an. Nachdem man störende Faktoren wie Alter und Geschlecht der Kinder herausgerechnet hatte, blieb der Unterschied dennoch signifikant (p gleich 0.01).

In einer Zeit, da um die richtige Behandlung psychisch kranker und depressiver Kinder debattiert wird, könnte die aktive Behandlung depressiver Mütter ein wichtiger Ansatzpunkt sein, schreiben die Studienautoren.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2006, Vol. 295, S. 1389-1395