Depression verstärkt den Schmerz

Foto: Frau mit ernstem Gesichtsausdruck

Wer depressiv ist, spürt stärkere
Schmerzen nach einer Operation;
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Depressive Patienten klagen oft auch über chronische Schmerze, umgekehrt verändern chronische Schmerzen ihre Stimmungslage. Der Zusammenhang zwischen Schmerz und Depression wurde bislang oft mit experimentellen Schmerzreizen untersucht. Würzburger Forscher um Doktor Sascha Goebel verfolgen jetzt einen neuen Ansatz: Sie prüfen den Zusammenhang zwischen Schmerzen nach einer Operation und dem Vorliegen einer Depression.

Die Forscher schlossen 492 Patienten zwischen 18 und 79 Jahren, die sich einem orthopädischen Eingriff unterziehen mussten, in die Studie ein und teilten sie zwei Gruppen zu: Die eine Gruppe erhielt eine unsystematische Schmerztherapie nach Bedarf, die andere eine standardisierte Schmerztherapie, zu der unter anderem ein Schmerztropf nach dem Eingriff gehört. Vor der Operation wurde mittels Fragebogen ermittelt, ob der Patient an einer Depression leidet. Betroffen waren am Tag der OP 14,5 beziehungsweise 17,3 Prozent der Befragten beider Gruppen.

Nach der Operation wurde regelmäßig die Schmerzintensität gemessen. Die Patienten wurden an den ersten beiden Tagen alle zwei, danach bis zum zehnten Tag alle vier Stunden gebeten, die Stärke ihres Schmerzes auf einer Skala von eins (kein Schmerz) bis zehn (stärkster vorstellbarer Schmerz) anzugeben. Außerdem wurde festgehalten, ob und welche Nebenwirkungen der Schmerzmedikation auftraten.

Die Patienten mit Depressionen gaben ein höheres Schmerzniveau an als nicht-Depressive: Direkt nach der Operation lag der Mittelwert in der Gruppe mit Bedarfsmedikation bei Depressiven bei 4, bei nicht-Depressiven bei 2,4. In der Gruppe mit der standardisierten Therapie lagen die Werte bei 2,3 (Depressive) beziehungsweise 1,5 (nicht-Depressive).

Auch an den folgenden Tagen gaben depressive Patienten höhere Schmerzniveaus an. Allerdings profitierten sie auch deutlicher von der standardisierten Therapie. Schmerzmittelbedingte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kreislauf- und Verdauungsbeschwerden traten bei Depressiven häufiger auf als bei nicht-Depressiven.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V.