24/08/2012

Deutsche Telekom AG

Der Klinik-Arbeitsplatz der Zukunft

Immer mehr Kliniken testen das Arbeiten mit mobilen Systemen. Der schnelle Zugriff auf Patientendaten entlastet die Ärzte, verschlankt Prozesse und erhöht die Versorgungsqualität.

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin als das größte Universitätsklinikum Europas ist nicht nur in der medizinischen Forschung mitführend. Sie entwickelt auch neue Arbeitsmethoden. Seit Oktober 2011 nutzen Ärzte der Klinik für Neurologie am Campus Charité Mitte auf ihrer Visite die mobile elektronische Patientenakte. Statt mit dem Visitenwagen durch die Zimmer zu fahren, auf denen sich die Aktenberge stapeln, greifen die Ärzte über Tablet-PCs auf relevante Informationen zu den Patienten zu und holen sich Daten wie Röntgenbilder, aktuelle Laborwerte oder Behandlungsverläufe mit wenigen Klicks auf den Bildschirm. Möglich macht das die mobile App SAP EMR Unwired, die die Tablet-PCs mit dem Krankenhausinformationssystem (KIS) verbindet. Hagen Hupperts, IT-Projektleiter der Charité, ist sich deshalb sicher: „Der klinische Arbeitsplatz der Zukunft ist mobil.“

Dieser schnelle Zugriff auf Patientendaten während der Visite erleichtert die Arbeit, da Ärzte nicht nur Daten abrufen, sondern in Zukunft auch direkt eingeben können. Außerdem können Mediziner an unterschiedlichen Orten der Klinik gleichzeitig auf dieselbe Akte zugreifen. „Die Befunde der Patienten sind immer dort, wo wir arbeiten. Jetzt haben wir direkt am Patientenbett die Möglichkeit, Aufnahmen einer Computertomografie dem Patienten am Tablet-PC zu zeigen und gemeinsam mit ihm zu besprechen“, erklärt Professor Stephan Brandt aus der Klinik für Neurologie der Charité. Der Einsatz von mobilen Geräten soll den Ärzten wieder mehr Freiraum für das Arzt-Patientengespräch schaffen.

Mobiles Arbeiten verschlankt Prozesse
Nach einer Umfrage des Marburger Bundes sind an deutschen Kliniken pro Abteilung etwa 1,5 Arztstellen unbesetzt. Ein Grund ist die hohe Arbeitsbelastung der Klinikärzte, sie liegt bei rund 55 Stunden pro Woche. Denn neben der medizinischen Tätigkeit müssen sie auch viel Verwaltungsarbeit erledigen. „Heute sind Ärzte und Pflegekräfte im großen Maße Organisatoren und Schriftführer über ihre Patienten und das ist etwas, was von der eigentlichen medizinischen Profession enorm ablenkt“, sagt Professor Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité. Damit Ärzte sich wieder verstärkt ihrer eigentlichen Aufgabe widmen können, etablieren immer mehr Kliniken mobile Arbeitsmethoden und versuchen dadurch Prozesse zu verschlanken.

„Mit der mobilen Visite können Ärzte kostbare Arbeitszeit einsparen“, sagt Torsten Breier, Senior Manager Health Mobile Solutions im Konzerngeschäftsfeld Gesundheit bei der Deutschen Telekom. „Denn die Umwege zur Beschaffung aktueller klinischer Informationen fallen weg – mit dem Tablet-PC sind diese für den Arzt jederzeit und überall abrufbar.“ Für den Klinikalltag steckt hier großes wirtschaftliches Potenzial, Abläufe und Prozesse können so effizienter und schlanker werden. „Die geringeren Kosten können sich über kurz oder lang auch finanziell positiv auf das Gesundheitssystem auswirken“, so der Telekom-Projektmanager.

SAP EMR Unwired kann sich mit allen KIS verständigen
Basierend auf einer offenen und flexiblen Plattform besteht die Möglichkeit, die SAP EMR Unwired mit unterschiedlichen Backend-Systemen wie Krankenhausinformationssysteme, Laborsysteme oder bildgebende Systeme zu nutzen. SAP EMR Unwired extrahiert die relevanten, klinischen Daten aus den Systemen und macht sie auf dem mobilen Gerät, das über Mobilfunk (UMTS) oder WLAN mit dem klinikeigenen Funknetz verbunden ist, sichtbar. Die Daten sind ausschließlich online abrufbar, das heißt sie werden nicht permanent auf dem Tablet-PC gespeichert. Bei Verlust des Geräts besteht also keine Gefahr, dass Daten in falsche Hände gelangen. Einen zusätzlichen Schutz vor unbefugtem Zugriff bieten Berechtigungsprüfungen und Zugriffsprotokolle.

Full-Service für die Kliniken
Für das Implementieren der Lösung in Krankenhäusern ist neben IT- auch Telekommunikations-Know-how erforderlich. Deswegen arbeiten die Deutsche Telekom und SAP in diesem Anwendungsfeld zusammen. Während SAP die Lösung entwickelt, implementiert die Telekom das komplette System mit allen dazugehörigen Komponenten in Krankenhäusern vor Ort und betreibt die Lösung – falls erforderlich – im eigenen Rechenzentrum. Zusätzlich entwickelt die Telekom Erweiterungslösungen für SAP EMR Unwired anhand von spezifischen Anforderungen der Kunden. Und neben der Konzeptionierung gehören auch das Bereitstellen der Tablet-PCs und Smartphones, das Herstellen von sicheren Mobilfunkverbindungen sowie deren Betrieb, Support und Service dazu. Auf Wunsch ergänzt die Telekom das Angebot mit Lösungen wie Mobile Device Management. Damit verwalten Kliniken zentral ihre gesamten mobilen Geräte, spielen Software-Updates auf oder nehmen Änderungen an den Sicherheitseinstellungen oder Gerätesperrungen vor. Kliniken, die sich für das Arbeiten mit SAP EMR Unwired interessieren, können diese kostenlos testen. Für iPad und iPhones steht die App kostenlos im iTunes Store bereit. Für Android-Geräte kann sie im Google Play Store heruntergeladen werden.

Vision mobiles Arbeiten
Bei den Ärzten der Charité kommt das Arbeiten mit den mobilen Geräten gut an. „Unsere Vision ist es, dass wir unsere Arbeitsprozesse über den ganzen Tag hinweg optimieren können – angefangen bei der Frühbesprechung, in der Patientenbefunde besprochen werden, über die Röntgenbesprechung bis hin zur Visite“, sagt Professor Brandt. Dies werde nicht nur den Ärzten die Arbeit erleichtern, sondern darüber hinaus die Liegezeiten der Patienten verkürzen. „Das Schöne daran ist, dass man diese App leicht bedienen kann – ohne, dass man weitere IT-Kenntnisse braucht.“