Sämtliche 270 Studierende des neuen Jahrgangs werden dann nach dem „Hannoverschen, integrierten, berufsorientierten und adaptiven Lehrplan“ (HannibaL) ausgebildet.

"Mit diesem Modellstudiengang nach anglo-amerikanischem Vorbild wird die MHH in die Elite der patientenorientierten Medizinstudiengänge in Deutschland aufsteigen", hofft Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur.

Die Initiative und die wesentlichen Ideen kamen von Studierenden, die sich neben Dozentinnen und Dozenten in der Studienkommission stark engagierten, um ihr Studium zu optimieren. "Der Unterricht wird deutlich praxisorientierter und bezieht viel stärker Patienten mit ein", sagt Philip Bintaro, MHH-Student im vierten Studienjahr. "Wir wollen erreichen, dass die Studierenden mindestens 100 Patienten ausführlich gesprochen und untersucht haben, bevor sie das Staatsexamen ablegen", sagt Professor Haller.

HannibaL sieht pro Jahr drei Abschnitte vor, die so genannten Tertiale. "Dank der kleineren Gruppen können wir die Studierenden deutlich besser vormittags im Hörsaal unterrichten und nachmittags auf der Station begleiten", sagt Professor Haller.

Ab der zweiten Woche haben die Studierenden regelmäßigen Kontakt mit Patienten, um beispielsweise die Folgen von biochemischen und physiologischen Veränderungen konkreten Krankheiten zuordnen zu können. Im zweiten Studienjahr werden sie erstmals in den Stationsablauf eingebunden und ab dem dritten Studienjahr treten sie intensiv in Kontakt mit den Patienten.

Die gute Nachricht für Studierende: Die staatliche Zwischenprüfung des Physikums fällt weg. Dafür wird es eine kontinuierliche Leistungsevaluation geben. Im Klartext: In den ersten sieben Wochen finden benotete Prüfungen am Anfang jeder Woche über die Inhalte der Vorwoche statt, danach soll es regelmäßige mündliche oder schriftliche Prüfungen am Ende jedes Moduls geben.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover