Der Rauch von Holz schlägt auf die Lunge

Die prasselnde Glut birgt möglicher-
weise eine Lungenkrebsgefahr
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Tabak ist der wichtigste Verursacher des Lungenkrebses. Allerdings gibt es auch andere Ursachen, die über einen ähnlichen pathognetischen Mechanismus zum gleichen unerfreulichen Ergebnis führen können.

Das haben jetzt mexikanische Wissenschaftler für den Holzrauch nachgewiesen. Sie untersuchten Blutproben von 62 Patienten mit Lungenkrebs, neun Patienten mit einer chronisch obstruktiven pulmonalen Erkrankung (COPD) und neun Kontrollpatienten.

Unter den 62 Lungenkrebspatienten waren 23 (37,1 Prozent) Raucher, 24 (38,7 Prozent) waren dem Rauch von verbrennendem Holz ausgesetzt, meist Frauen in ländlichen Gebieten, wo oft noch mit Holz geheizt und gekocht wird. 15 (24,2 Prozent) waren weder Raucher noch kamen sie mit dem Rauch von Holz in Berührung. Die Wissenschaftler untersuchten im Blut unter anderem die Proteinexpression von p53 und MDM2 (murine double minute 2). Diese Proteine spielen eine Rolle in der Pathogenese des Lungenkarzinoms.

Im Vergleich zu den Patienten aller anderen Gruppen zeigten Lungenkrebspatienten, die Holzrauch eingeatmet hatten, signifikant erhöhte Expressionen von p53 und phospho-p53-Proteinen. Die Konzentration von 57-kD MDM2-Isoformen war sowohl bei den rauchenden Lungenkrebspatienten als auch bei jenen, die Rauch eingeatmet hatten, sehr hoch. Patienten mit COPD und gesunde Kontrollpatienten hatten jeweils hohe Konzentrationen von MDM2-p53-Komplexen.

Unter dem Strich zeigte diese mexikanische Studie, dass beim Einatmen von gewöhnlichem Holzrauch ähnliche Proteine exprimiert werden wie durch das Rauchen. Holzrauch einzuatmen könnte daher ein Risikofaktor für Lungenkarzinome sein. Allerdings muss man bedenken, das diese Studie wenig darüber aussagt, wie viel und wie lange man den Rauch einatmen muss, um gefährdet zu sein.

MEDICA.de; Quelle: Chest 2005, Vol. 128, S. 124-131