Bestimmte Parameter des kardiovaskulären Risikos im mittleren Lebensalter beeinflussen das Risiko, als alter Mensch an Morbus Alzheimer zu erkranken. Ab welchem Lebensalter diese Faktoren ihren schlechten Einfluss ausüben, war bislang unbekannt. Mehr sagen jetzt Daten der Bogalusa Heart Study (BHS), die im Jahre 1973 begonnen wurde. Mehr als 16.000 Personen nehmen daran teil. Ergebnisse einer kleineren Substudie mit 72 Personen wurden jetzt auf der „10th International Conference on Alzheimer’s Disease and Related Disorders (ICAD)“ präsentiert.

Offenbar gibt es schon in jungen Jahren einen klaren Zusammenhang zwischen der kognitiven Leistungsfähigkeit und bestimmten kardiovaskulären Risikofaktoren. So waren ungünstige Werte des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie der Insulinresistenz mit schlechteren Leistungen in verschiedenen kognitiven Leistungstests verbunden.

Finnische Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen dem Genuss von Milchprodukten und der kognitiven Leistungsfähigkeit untersucht. 1.409 Teilnehmer der „Cardiovascular risk factors, Aging and the Incidence of DEmentia (CAIDE)”-Studie wurden im Durchschnittsalter von 50,2 Jahren untersucht und noch einmal durchschnittlich 21 Jahre später. Bei 5,8 Prozent der Probanden zeigte sich im Alter von durchschnittlich 71,1 Jahren eine „Mild Cognitive Impairment (MCI)“. Beim Vergleich mit der Ernährung zeigte sich: Wer im mittleren Lebensalter häufig Milchprodukte mit vielen gesättigten, tierischen Fetten zu sich nimmt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für MCI im höheren Lebensalter. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben den gegenteiligen Effekt: Sie scheinen das Gehirn zu schützen.

Weiteres Ergebnis der CAIDE-Studie: Körperliche Bewegung mindestens zwei Mal pro Woche senkt das Risiko kognitiver Einschränkungen im Alter.

MEDICA.de; Quelle: 10th International Conference on Alzheimer's Disease and Related Disorders (ICAD 2006)