Der neue Blick ins Gehirn

Foto: MRI-Aufnahme vom Gehirn

Manche Gewebeveränderung ist im
MRT nicht sichtbar, im Ultraschall
aber schon; © Pixelio.de

Für die medizinische Vorsorge und Behandlung des Morbus Parkinson hat die Ultraschalldiagnose eine besondere Bedeutung, denn mit ihr steht erstmals eine Methode der Früherkennung zur Verfügung. Dies wird zunehmend wichtiger, um die verschiedenen Parkinson-Formen auseinander zu halten. Je nach Art der Parkinson-Krankheit lassen sich die Symptome wie etwa das unkontrollierte Zittern der Gliedmaßen aufgrund der Zerstörung von Hirnzellen mit Medikamenten eindämmen oder stoppen. Auch das Auftreten der Erkrankung ließe sich möglicherweise verhindern, wenn eines Tages geeignete Medikamente früh genug verabreicht werden können, schätzen Experten.

Die Ultraschalluntersuchung der Hirnbasisarterien ist eigentlich ein Standardverfahren bei Patienten, die Probleme mit den Blutgefäßen haben. Ärzte erkennen anhand bestimmter Strukturen im Ultraschallbild verschiedene Hirngefäße und messen ihre Durchblutung. Dabei wurde zufällig entdeckt, dass bei Patienten mit Parkinson- Krankheit der so genannte mesenzephale Hirnstamm auffällig verändert ist. Er zeigt sich im Ultraschallbild als schmetterlingsförmige Struktur, die bei gesunden Menschen nur wenig Echo zeigt, bei Parkinson-Patienten aber abnorme Signalveränderungen aufweist.

Die systematische Aufarbeitung solcher Bilder zeigte dann, dass die veränderten Ultraschallbilder bei Parkinson-Patienten regelmäßig nachgewiesen werden können. Obwohl die Bedeutung dieser Befunde noch nicht in allen Einzelheiten geklärt ist, hat die Methode inzwischen das Stadium der Forschung verlassen und wird unter anderen an der Asklepios Klinik Wandsbek neben nuklearmedizinischen Verfahren zur Früherkennung der Parkinson-Krankheit eingesetzt. Erstaunlich ist daran, dass der Ultraschall Gewebeveränderungen im Hirngewebe aufdeckt, die weder mit CT noch mit MRT nachweisbar sind.

MEDICA.de; Quelle: Asklepios Kliniken Hamburg