Fällt diese Schaltstelle in einer Hirnhälfte aus, werden keine Informationen mehr an das Großhirn übermittelt – es dringen also keine Reize mehr von außen in die zuständigen Bereiche unseres Gehirns. Das Ergebnis bestätigt entsprechende Spekulationen, in denen die Schaltstelle in einer Region innerhalb des Thalamus vermutet wurde.

Die Experten wollten Fragen klären wie: Wo werden Gleichgewichtsinformationen im Gehirn verarbeitet? Wie gelangen diese Informationen dorthin? Mit dem funktionell bildgebenden Verfahren der Positronen-Emissions-Topografie (PET) untersuchten die Forscher, welche Anteile in welchem Teil des Gehirns unter welchen Bedingungen aktiv sind. Prof. Marianne Dieterich, Direktorin der Neurologischen Klinik in Mainz, erklärt dazu: "Auf diese Weise haben wir in den letzten Jahren diejenigen Regionen in der linken und rechten Hälfte des menschlichen Großhirns identifiziert, die zum Gleichgewichtssystem gehören. Dazu haben wir bei gesunden Probanden einen 'künstlichen Schwindel' erzeugt und mittels PET beobachtet, welche Teile in der linken und rechten Gehirnhälfte daraufhin zu arbeiten beginnen."

Zusätzlich entdeckten die Forscher bei den Untersuchungen, dass das Gleichgewichtssystem in beiden Gehirnhälften angelegt ist. Aber die rechte ist bei Rechtshändern aktiver und umgekehrt zeigt sich das auch bei Linkshändern. Ist der posterolaterale Thalamus in einer Gehirnhälfte nicht mehr funktionsfähig, kann auch die gesunde Seite keine Informationen mehr senden.

MEDICA.de; Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz