Dermatologen ausgezeichnet

Schaller: "Der von uns erforschte Mechanismus erklärt, wie es Candida-Hefen schaffen, ohne Infektionsanzeichen auf der Schleimhaut in Eintracht mit uns zu leben und wie sich die Schleimhaut bei einer Infektion, das heißt wenn die Hefepilze in die Schleimhaut eindringen, vor den Pilzen schützen kann." Ausgezeichnet wurden außer Schaller auch Doktor Günther Weindl sowie die Co-Autoren Julian R. Naglik, Susanne Kaesler, Tilo Biedermann, Bernhard Hube, Hans Christian Korting.

Der menschliche Körper besitzt spezielle Alarmsysteme, sogenannte Toll-like Rezeptoren (TLR). Diese sind Teil der angeborenen Immunantwort und dienen dazu, Krankheitserreger frühzeitig zu erkennen und dagegen passende Abwehrmaßnahmen einzuleiten.

Wie sich die menschliche Schleimhaut vor Hefepilzinfektionen über die Aktivierung von TLR schützen kann, hat die Arbeitsgruppe jetzt erstmals an Epithelzellen des Menschen aufgezeigt. In der Arbeit weisen die Forscher nach, dass Candida albicans, der wichtigste Hefepilz des Menschen, prinzipiell versucht, die Expression von TLR der Schleimhautzellen zu unterdrücken, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken.

Sobald die Schleimhautzellen in Mitleidenschaft gezogen werden, können sie mit Hilfe von Signalen hinzukommender weißer Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten) eine schützende TLR-Immunantwort aufbauen. Entscheidend ist dabei, dass die Candida-Hefen und die weißen Blutkörperchen dazu nicht in direkten Kontakt kommen müssen. Die Hilfesignale der gestressten Epithelzellen reichen aus, um die nötige Information durch körpereigene Botenstoffe an die weißen Blutkörperchen zu übermitteln. Die weißen Blutkörperchen sorgen mit ihren Signalen quasi dafür, dass der ursprüngliche Unterdrückungsmechanismus aufgehoben wird. Dies führt zur Aktivierung der TLR und damit zum Infektionsschutz der Schleimhaut.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen