Die Lungentransplantation (LTx) und kombinierte Herz-Lungentransplantation (HLTx) werden seit über zehn Jahren auch bei Kindern und Jugendlichen angewandt. Allerdings kommen die meisten Daten aus den USA, da zum Beispiel 1998 nur 21,4 Prozent dieser Transplantationen außerhalb der USA stattgefunden haben. Deutsche Wissenschaftler haben nun die Langzeitergebnisse von insgesamt 21 Lungentransplantationen (Doppellungentransplantationen: DLTx oder HLTx) bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren an einem Berliner Zentrum untersucht.

Die längste Überlebensdauer betrug bislang 12,2 Jahre. Die Patientin, die 1992 mit knapp 16 Jahren eine HLTx wegen eines angeborenen Shuntvitiums (Eisenmenger-Syndrom) erhielt, hat inzwischen ein Studium absolviert und ist Mutter geworden. Insgesamt betrug die Drei- und Fünfjahres-Überlebensrate 66,0 Prozent beziehungsweise 50,0 Prozent. Diese Überlebensraten sind höher als die weltweit erreichten. Für Patienten, die das erste postoperative Jahr überlebten, betrug die Drei- und Fünfjahres-Überlebensrate sogar 92,9 Prozent beziehungsweise 70,1 Prozent.

Nach HLTx war die Drei- und Fünfjahres-Überlebensrate mit 63,6 Prozent und 54,5 Prozent höher als nach LTx. Dies zeigt nach Ansicht der Autoren, dass bei entsprechender Erfahrung des Transplantationszentrums die HLTx gegenüber der LTx keine Nachteile für das Langzeitüberleben hat. Bei Mädchen war die Langzeitüberlebensrate übrigens höher als bei Jungen.

Die häufigsten Indikationen für pädiatrische DLTx und HLTx waren angeborene kardiale Shuntvitien und die zystische Fibrose. Gemeinsam machten sie 66,7 Prozent aller Indikationen aus. Patienten mit Eisenmenger-Syndrom hatten in Bezug auf das Langzeitüberleben gegenüber Patienten mit anderen Indikationen weder Vor- noch Nachteile.

MEDICA.de; Quelle: 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie