17.11.2006

ZVEI - Fachverband Elektromedizinische Technik

Deutsche Elektromedizinische Industrie zieht positive Bilanz der MEDICA

ZVEI
- ZVEI: Finanzierungsengpässe beseitigen

Frankfurt am Main, 16. November 2006 – Für die MEDICA 2006, die weltgrößte Messe für Medizintechnik, zieht der Fachverband Elektromedizinische Technik im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. eine erste positive Bilanz für seine Branche. "Die diesjährige MEDICA stellt erneut die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen medizintechnischen Industrie unter Beweis", sagte Christian O. Erbe, stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes. Bei einer Exportquote der Branche von über 60 Prozent sei die MEDICA eine wichtige Plattform für den Kontakt mit internationalen Kunden. Sie böte außerdem eine gute Gelegenheit für den Vergleich mit Wettbewerbern aus dem In- und Ausland. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen würden von dieser Messe profitieren.

Angesichts des großen Erfolges innovativer Technologien aus Deutschland auf dem Weltmarkt stelle sich aber die Frage, wie neue Systeme und Lösungen auch den Patienten hierzulande schneller zur Verfügung gestellt werden können. Aus Sicht von Erbe müssen dazu insbesondere bestehende Finanzierungsengpässe beseitigt werden. Während im niedergelassenen Bereich die eigenverantwortliche Investitionsplanung der Ärzte durch Mängel im Vergütungssystem gehemmt werde, stünden Kliniken immer weniger Investitionsmittel durch die öffentliche Hand zur Verfügung. Gerade die Anschaffung moderner Medizintechnik erfordere aber betriebswirtschaftliche Entscheidungsgrundlagen und -freiheiten sowie langfristige Planungshorizonte.

Erbe: „Gemessen an dieser Zielsetzung liefert die für April 2007 angekündigte Gesundheitsreform nur wenig positive Impulse.“ Kurzfristig werde die Kürzung der Ausgabe-Budgets für öffentliche Krankenhäuser um ein Prozent die Investitionsneigung in diesem Bereich sogar noch weiter verringern. Eine für kommendes Jahr angekündigte Gesundheitsministerkonferenz der Länder werde aber zumindest eine nachhaltige Regelung zur künftigen Krankenhausfinanzierung thematisieren.

Erbe regte an, neue Finanzierungswege als Alternativen zur bislang üblichen öffentlichen Finanzierung stärker zu berücksichtigen. So könne zum Beispiel die Privatisierung von Kliniken und die Umsetzung öffentlich-privater Partnerschaften bei der Überwindung des bestehenden Investitionsstaus helfen.