Deutsche Gesellschaft für Chirurgie fördert Sicherheitskultur

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) setzt sich intensiv dafür ein, eine Sicherheitskultur – etwa durch gezielte Aus- und Weiterbildung, die Vermittlung methodischer Ansätze wie Fehlermeldesystemen und Checklisten – bereits jungen Ärzten nahe zu bringen. Sie unterstützt deshalb den Ansatz der Studie, diese Kultur stärker zu etablieren und so die Patientensicherheit weiter zu verbessern.

Die Studie macht außerdem deutlich, dass Medizinstudierende und junge Mediziner im Praktischen Jahr (PJ) gern besser darüber Bescheid wüssten, wie sich Irrtümer und Behandlungsfehler vermeiden lassen. „Sicherheitskultur beginnt damit, den chirurgischen Nachwuchs umfassend darin zu qualifizieren“, sagt Professor Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH. Dazu gehörten neben dem offenen Umgang mit Fehlern, Falldiskussionen und Konferenzen über Komplikationen auch methodische Kenntnisse des Risk-Managements beispielsweise durch den Einsatz von Checklisten zur Vermeidung von Seitenverwechslungen oder des Zurücklassens von Fremdkörpern.

Dass in diesem Bereich noch viel Arbeit nötig ist, zeigen die Ergebnisse der Magdeburger Studie. Von 799 anonym befragten Jungmedizinern haben 345 geantwortet: Knapp 17 Prozent der PJ-ler und knapp 12 Prozent der Studierenden gaben an, Empfehlungen zur Patientensicherheit zu kennen.

Die Studie untersuchte auch, inwieweit die jungen Ärzte Instrumente der Patientensicherheit kennen. Armbänder zur eindeutigen Identifizierung von Patienten etwa waren den meisten Studierenden unbekannt, ebenso anonyme Meldesystem für Fehler oder Beinahe-Fehler oder auch das „Team-Time-Out“, worin das OP-Team vor dem ersten Schnitt innehält, um sich der korrekten Vorbereitungen zu vergewissern und den Eingriff zu vergegenwärtigen.

Die DGCH fördert Sicherheitskultur in der Chirurgie auf vielfältige Weise: Durch ihre Arbeitsgemeinschaft zur Qualität und Sicherheit in der Chirurgie, aktive Mitarbeit im Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und die Einrichtung eines Fehlermeldesystems Critical Incident Reporting System (CIRS).


MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e. V.