Deutsche Kinder erkranken häufiger

Bild: Zwei Jungen

Scheinbar ist egal wo die Kinder
leben, ihr Risiko ist bereits
vorgegeben; © Hemera

In Deutschland lebende deutsche Kinder und Jugendliche erkranken signifikant häufiger am Typ 1 Diabetes als in Deutschland lebende italienische Kinder und Jugendliche. In Deutschland lebende italienische Kinder und Jugendliche erkranken gleich häufig am Typ 1 Diabetes wie in Italien lebende italienische Kinder.

Dies sind die Ergebnisse einer Migrationsstudie zur Entstehung des Typ 1 Diabetes. Im Blickfeld der Wissenschaftler stand hierbei die Frage, welche Rolle die genetische Disposition im Vergleich zu äußeren Einflussvariablen spielt.

Aus den Studienergebnissen lässt sich folgern, dass italienische Kinder und Jugendliche das Erkrankungsrisiko ihres Herkunftslandes beibehalten. Es spielt keine Rolle, ob die Kinder und Jugendlichen aus einer Region mit hoher oder niedriger Häufigkeit von Neuerkrankungen stammen. Dies spricht dafür, dass genetische Faktoren eine dominierende Rolle bei der Entstehung des Typ-1-Diabetes spielen.

Bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Hamburg wurde Dr. Stefan Ehehalt von der Tübinger Universitätskinderklinik für die Untersuchung mit dem wissenschaftlichen Förderpreis der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD) ausgezeichnet.

Das gemeinsame Forschungsprojekt der Kinderdiabetologie am Uniklinikum Tübingen (Leiter Priv. Doz. Dr. Andreas Neu) zur epidemiologischen Annäherung an die Pathogenese des Typ 1 Diabetes mellitus entstand in Kooperation mit zwei italienischen Forschern. Die Recherchen wurden von Pavle Popovic (Doktorand) durchgeführt.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen