Diese Fragen müssten beantwortet werden, bevor sich zuverlässige Aussagen über den Einsatz stammzellbasierter Therapien treffen lassen, sagte die Ministerin am Freitag auf einem Kongress in Berlin, den das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet hat.

"Das bedeutet allerdings, dass wir der Wissenschaft die verschiedenen Türen der Stammzellforschung offen lassen und Optionen nicht vorschnell aus der Hand nehmen dürfen", betonte sie.

"Niemand kann heute bereits definitiv vorhersagen, ob es der Forschung eines Tages wirklich gelingt, mit Hilfe der embryonalen Stammzellen das Wissen zu gewinnen, das wir brauchen, um schwere Krankheiten zu heilen und unnötiges Leiden zu vermeiden", so Bulmahn weiter.

Bisher dürfen Forscher in Deutschland nur mit humanen embryonalen Stammzellen (hES) aus Zelllinien arbeiten, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen worden sind. Forscher machen sich nach dem Stammzellgesetz strafbar, wenn sie sich an hES-Projekten im Ausland beteiligen, die im Inland verboten sind.

Die Ministerin machte aber auch deutlich, dass die Innovationspotenziale der regenerativen Medizin, zu der auch die Stammzellforschung zählt, nur dann ausgeschöpft werden können, wenn "ihre Produkte und Verfahren von der Gesellschaft angenommen, ja gewollt sind."

Zu Beginn der Tagung hatte MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Birchmeier die hohen Erwartungen, die an die Stammzellforschung und ihre medizinische Anwendung geknüpft werden, als zum Teil überzogen bezeichnet.

Er verwies darauf, dass die klinische Anwendung von nahezu allen bisher etablierten menschlichen embryonalen Stammzelllinien kritisch zu beurteilen sei, weil durch das Heranziehen auf Mauszellen und wegen der Verwendung von Nährmedien mit Zusätzen tierischer Seren die Stammzellen durch tierische Viren verunreinigt seien, oder unerwünschte Immunreaktionen bei Patienten auslösen können.

MEDICA.de; Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin