Deutschland Schlusslicht bei Vorsorge

Der Bericht der EU-Kommission fördert Erschreckendes zutage: Deutschland zählt trotz seines qualitativ sehr guten Programms zur Darmkrebsfrüherkennung mit Tschechien, Österreich und der Slowakei zu den Schlusslichtern bei der Darmkrebsvorsorge.

Der Grund: Es fehlt die direkte Ansprache der Bürger, die Anspruch auf die Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung haben. Es fehlt das zentrale Einladungsverfahren, wie es bei der Brustkrebsvorsorge zu einer erheblichen Steigerung der Teilnahmerate geführt hat.

Die Felix Burda Stiftung fordert daher die Politik zum Handeln auf. Politik, Krankenversicherungen und Ärzte müssten sich entschiedener dafür einsetzen, dass Darmkrebs erst gar nicht entsteht oder zumindest in einem so frühen Stadium entdeckt wird, dass er geheilt werden kann. Dies ist bei Darmkrebs so gut möglich wie bei keiner anderen Krebserkrankung. Daher fordert die Stiftung ein nationales Einladungsverfahren, mit dem ähnlich wie bei der Brustkrebsvorsorge alle Bürger ab dem 56. Lebensjahr zur Vorsorgedarmspiegelung eingeladen werden.

Wie Pilotprojekte im Saarland und in Nordrheinwestfalen zeigen, lassen sich die Teilnahmeraten an Darmkrebsvorsorge durch die individuelle Einladung der Bürger erheblich steigern. Die Früherkennung von Darmkrebs und Adenomen, den Vorstufen von Darmkrebs, bedeutet nicht nur für alle Betroffenen und ihre Familien einen unschätzbaren Gewinn an Lebensqualität.

MEDICA.de; Quelle: Felix Burda Stiftung