01.09.2015

German Healthcare Export Group (GHE) e. V.

Deutschlands erstes Kulturkrankenhaus

Das Städtische Krankenhaus Gera und das Bergarbeiterkrankenhaus Wismut sind zusammengewachsen zum Wald-Klinikum.

Wer das SRH Wald-Klinikum Gera betritt, wähnt sich eher in einer neu gebauten Messehalle als in einem Krankenhaus: lichtdurchflutete Gänge, keine Spur von Krankenhausgeruch, Kunst an den Wänden, ganz am Ende der lang gezogenen Lobby läuft auf einem überdimensional großen Fernsehbildschirm das klinikeigene TV-Programm. 2013 wurde der Neubau eingeweiht.


Waren Abteilungen zuvor in der ganzen Stadt verteilt, ist inzwischen zusammengewachsen, was wirklich zusammengehört“, berichtet Katrin Wiesner. Die Pressesprecherin führt selbst zwei Jahre nach der Einweihung des Neubaus immer noch mit Stolz durch das Krankenhaus der Maximalversorgung, das darüber hinaus auch erstes Kulturkrankenhaus in Deutschland ist. Die Patienten, alle in komfortablen Zwei-Bett-Zimmern mit Privatpatienten-Ambiente untergebracht, können sich im gesamten Haus orientieren an der Leitidee Kunst, die zugleich auch Leitsystem ist. Die Ebenen der Bettenhäuser sind nach elf berühmten Persönlichkeiten benannt, die in engem Bezug zu Thüringen wirkten, darunter Friedrich Schiller, Carl Zeiss oder Walter Gropius.


1.000 Betten zählt das Wald-Klinikum, das zu den wenigen gemeinnützigen Krankenhäusern Deutschlands zählt. Die Mutter-Holding SRH in Heidelberg gehört einer Stiftung und ist Dachgesellschaft für diverse Tochterunternehmen, die auf den Gebieten des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens tätig sind – darunter zehn Akutkrankenhäuser und drei Rehabilitationskliniken.


„Die Tatsache, dass hinter allem eine Stiftung steht, macht sich bemerkbar bis in unsere tägliche Arbeit“, berichtet die Hygienefachkraft Yvonne Wildensee. Seit 25 Jahren arbeitet die Krankenschwester aus Leidenschaft bereits im Wald-Klinikum: „Meine Ausbildung fiel direkt in die Zeit des Mauerfalls und ich habe auch miterlebt, wie die 1912 als Städtisches Krankenhaus Gera gebaute Klinik und das Bergarbeiterkrankenhaus Wismut zusammengewachsen sind“, erinnert sich Yvonne Wildensee. Die Krankenschwester war vor ihrer Qualifizierung für die Krankenhaushygiene zunächst einige Jahre Intensivschwester. Den Wechsel von den schwerkranken Patienten hin zu einer Arbeit, die vermeiden hilft, dass Patienten schwer krank werden, war für sie eine der besten Entscheidungen: „Es ist hilfreich, dass ich das gesamte Haus durch und durch kenne und auch schon in vielen Abteilungen gearbeitet habe. Außerdem ist es auch ganz nützlich, dass ich über einige Jahre Berufserfahrung verfüge – schließlich braucht man in der Krankenhaushygiene doch einiges Stehvermögen“, erzählt sie. Sie profitiert dabei von einer hohen Akzeptanz ihrer Arbeit und der Arbeit von weiteren zwei Hygienefachkräften. Unterstützt werden sie von 30 bis 35 Link-Nurses und 16 hygienebeauftragten Ärzten sowie vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg (BZH). „Wir merken es alleine daran, wie oft am Tag das Telefon klingelt und Kollegen aus allen möglichen Abteilungen nachfragen, wie sie dieses oder jenes Problem regeln sollen“, so Wildensee.


Das Problem der Reinigung und Aufbereitung von Pflegegeschirren lösen am Wald-Klinikum in Gera Reinigungs- und Desinfektionsgeräte aus dem Hause MEIKO. Dazu Yvonne Wildensee: „Wir sind froh, dass wir sozusagen den Mercedes unter den Steckbeckenspülern nutzen können – und das im ganzen Haus.“ Alle MEIKO Reinigungs- und Desinfektionsgeräte werden mit einem A0-Wert von 600 betrieben.


Krankenhausinfektionen haben ihren Ursprung nicht immer im Krankenhaus, sondern häufig auch als so genannte endogene Infektion – eine Infektion, die sich der Patient zuzieht mit den Bakterien, die er in seiner eigenen Nase oder auf seiner Haut bereits mitbringt. Yvonne Wildensee sieht dies als eine Differenzierung, die häufig vergessen wird, die aber wichtig ist – weil sie auch den Stellenwert ihrer eigenen Arbeit betrifft. Diese nimmt das aktive Mitglied des Hygienekreises Sachsen ausgesprochen ernst. An der „Aktion Saubere Hände“ beteiligt man sich am Wald-Klinikum seit Jahren, in den Isolierzimmern befinden sich patientenbezogene Steckbeckenspüler, und dank neonbunter Desinfektionsmittelspender auf den Fluren hat man die Compliance der Handhygiene auch bei den Besuchern deutlich erhöht. Darüber hinaus bekommt seine Kittelflasche, wer nicht darauf verzichten will. Was wie eine Spielerei wirkt, hat indes eine ganz besondere pädagogische Wirkung: „Wir haben mit dem Krankenhaus-Marketing abgesprochen, dass alle sechs bis acht Wochen die fünf Momente der Handhygiene für ein bis zwei Tage als Bildschirmschoner auf allen PCs laufen.“ Intelligente und innova-tive Krankenhaushygiene ist eben auch eine Kunst für sich!