Diabetes-Behandlung nützt dem Kind

Mutter und Säugling profitieren von
einer Behandlung des Diabetes
© Hemera

Zwischen zwei und neun Prozent aller Schwangerschaften sind von einem Schwangerschaftsdiabetes betroffen. Die Rate der Schwangerschaftskomplikationen beim Ungeborenen und der Mutter ist unter einem Schwangerschaftsdiabetes erhöht: Kaiserschnitte, Makrosomien und Geburtstraumata treten häufiger auf. Außerdem haben Kinder, deren Mütter an Schwangerschaftsdiabetes litten, ein höheres Risiko, an Übergewicht oder Diabetes mellitus zu leiden. Um so verwunderlicher, dass bislang kaum untersucht wurde, ob die Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes solche Risiken und Komplikationen vermindern kann.

Dies holt nun eine Studie nach, an der 490 Frauen zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche teilnahmen. Alle hatten einen Schwangerschaftsdiabetes und wurden mit Insulin behandelt. Außerdem erhielten sie eine spezielle Ernährung. 510 ebenfalls kranke Frauen erhielten die Standardbehandlung und dienten als Kontrollgruppe.

Die Rate ernster perinataler Komplikationen betrug ein Prozent in der Interventionsgruppe, aber vier Prozent in der Kontrollgruppe (p gleich 0.01). Verglichen mit der Kontrollgruppe benötigten in der Interventionsgruppe mehr Neugeborene neonatale Behandlung (71 Prozent versus 61 Prozent) und bei ihnen wurde häufiger die Geburt eingeleitet (39 Prozent versus 29 Prozent). Die Rate an Kaiserschnitten war dagegen vergleichbar.

Drei Monate nach der Geburt wurden die Frauen unter anderem in Bezug auf ihre Lebensqualität befragt. Jene Frauen, die intensiv gegen ihren Schwangerschaftsdiabetes behandelt worden waren, litten seltener an postpartalen Depressionen, was auf einen generell besseren Gesundheitszustand hindeutet.

Diese Studie wirft Fragen auf, wie auch Experten kommentieren. Dass eine Behandlung Vorteile gegenüber dem Abwarten hat, zeigt sich klar. Allerdings ist man sich über den Zeitpunkt des therapeutischen Einschreiten und die Art noch nicht ganz klar.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2005, Vol. 352, S. 2477-2486, 2544-2546