Diabetes birgt Risiko

Wer an Diabetes erkrankt, hat bekanntlich ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. So sicher dieser allgemeine Zusammenhang, so unklar die Assoziation von Diabetes und Gefäßerkrankungen in einzelnen Subgruppen (Alter, Geschlecht) oder hinsichtlich spezifischer vaskulärer Erkrankungen (etwa Schlaganfall).

Zur Klärung haben Forscher um Dr. Nadeem Sarwar aus Cambridge eine Metaanalyse aus 102 prospektiven epidemiologischen Studien erstellt. Sie basieren auf Daten von 698 782 Patienten, von denen 7 Prozent zu Beginn an Diabetes erkrankt waren. Im Beobachtungszeitraum traten knapp 53 000 tödliche und nicht-tödliche Gefäßerkrankungen auf.

Demnach ist das Risiko für Koronarerkrankungen, ischämische Schlaganfälle und durch andere Ursachen bedingte vaskuläre Todesfälle bei Diabetikern etwa doppelt so hoch wie bei Nichtdiabetikern. Die Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren wie Lipide, Übergewicht und Blutdruck änderte wenig an dieser Assoziation. Diabetes war dabei enger mit tödlichen als mit nichttödlichen Myokardinfarkten verknüpft. Das könnte, so Sarwar, auf ausgeprägtere Koronarläsionen bei Diabetikern zurückzuführen sein. Frauen mit Diabetes hatten ein signifikant höheres KHK-Risiko als männliche.

Da schätzungsweise rund 10 Prozent aller Erwachsenen in den Industrieländern an Diabetes erkrankt sind, gehen 11 Prozent aller vaskulär bedingten Todesfälle auf das Konto dieser Erkrankung, berichtete Sarwar. Das seien rund 325 000 Todesfälle pro Jahr.
Die Nüchtern-Blutzuckerwerte standen in nicht-linearer Beziehung zum vaskulären Risiko. Werte zwischen 70 und 100 mg/dl (3,9 bis 5,6 mmol/l) waren mit keinem erhöhten Risiko assoziiert, bei höheren Werten stieg das Risiko zunächst leicht an. Bei Blutzuckerwerten über 126 mg/dl (7 mmol/l) war eine deutliche Zunahme des Risikos für vaskuläre Erkrankungen zu beobachten.


MEDICA.de; Quelle: Ärzte Zeitung