Patienten mit einer schizophrenen Erkrankung haben ein erhöhtes Risiko, auch an einem Diabetes mellitus vom Typ 2 zu erkranken. Der Zusammenhang von Schizophrenie und Diabetes mellitus vom Typ 1 dagegen ist weit weniger gut erforscht. Es liegen einige Hinweise vor, wonach es dabei einen inversen Zusammenhang gibt. Dies sollte jetzt in einer größeren Studie untersucht werden.

Dr. Hannu Juvonen und seine Arbeitsgruppe vom National Public Health Institute in Helsinki, Finnland, haben sich dazu die Daten von 896.175 Personen vorgenommen, die zwischen 1950 und 1959 in Finnland geboren wurden. Alle Personen wurden in Bezug auf ihre Gesundheit bis zu den Jahren 1969 bis 1991 nachverfolgt. Unter allen Personen waren 5.009, die an einem Diabetes mellitus vom Typ 1 litten. Die Forscher interessierten sich vor allem dafür, wie viele der Probanden mit Diabetes und wie viele ohne Diabetes im Laufe des Beobachtungszeitraum an Schizophrenie erkrankten.

Während die Inzidenz der Schizophrenie bei den Probanden ohne Diabetes mellitus bei 0,56 pro 10.000 Personenjahren lag, war sie in der Gruppe der Diabetes-Patienten weniger als halb so hoch: Durchschnittlich 0,21 Fälle pro 10.000 Personenjahren traten in dieser Gruppe auf (p kleiner 0.001).

Offenbar hat ein Diabetes mellitus vom Typ 1 eine gewisse Schutzwirkung gegen schizophrene Erkrankungen. Die Studienleiter können über den Grund dafür nur Mutmaßungen anstellen. Möglicherweise, so schreiben sie, begünstigt eine Diabeteserkrankung vom Typ 1 bestimmte Faktoren, welche schizophrene Erkrankungen maskieren oder abmildern. Es könnte auch sein, dass sich protektive und fördernde Faktoren für Schizophrenie und Diabetes mellitus gegenseitig so beeinflussen, dass beide Erkrankungen nur selten gemeinsam auftreten.

MEDICA.de; Quelle: Archives of General Psychiatry 2007, Vol. 64, S. 894-899