Diagnose durch Kombi-Untersuchung

Foto: Auge

Ein Glaukom lässt sich sicher nur
durch eine augenärztliche
Untersuchung des Sehnervs
diagnostizieren;© panther-
media.net/Marc Brugger

Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) in einer aktuellen Stellungnahme hin. Augendruck senkende Medikamente können das Fortschreiten eines Glaukoms verhindern und damit Sehvermögen retten. Dass eine wirksame Glaukomvorsorge Erblindungen verhindert, sei durch große randomisierte Therapiestudien belegt, so die DOG.

Ein Glaukom – auch „Grüner Star“ genannt – ruft zunächst keine wahrnehmbaren Beschwerden hervor. Denn die Sehnervenfasern gehen unbemerkt und ohne Schmerzen nach und nach zugrunde. Unbehandelt führt das Glaukom aber bis hin zur Erblindung und ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. In Deutschland leiden etwa zwei bis vier Prozent der über 65-Jährigen an Glaukom, jährlich erblinden hier über 1000 Menschen. Damit handelt es sich beim Glaukom um eine Volkskrankheit, die mit Diabetes mellitus durchaus vergleichbar sei, erklärt Professor Franz Grehn.

Ein Glaukom lässt sich sicher nur durch eine augenärztliche Untersuchung des Sehnervs diagnostizieren, betont Grehn. „So kann der Augenarzt Schäden am Sehnerv, die ein Glaukom kennzeichnen, frühzeitig erkennen – zum Beispiel die charakteristische Aushöhlung des Sehnervenkopfes.“ Die Messung des Augeninnendrucks an der Hornhaut sei als Vorsorgeuntersuchung allein nicht ausreichend, so Grehn. „Denn obwohl ein erhöhter Augeninnendruck den wichtigsten Risikofaktor für das Glaukom darstellt, sind erhöhter Augendruck und Glaukom nicht immer streng verknüpft“, fügt er hinzu. Ein erheblicher Teil an Glaukomerkrankungen entstehe bei statistisch normalem Augeninnendruck. Umgekehrt gibt es Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck, die kein Glaukom entwickeln.

Es sei deshalb unbedingt notwendig, die Augeninnendruck-Messung mit der Sehnerv-Untersuchung zu kombinieren – beispielsweise auch, um das Erkrankungsrisiko abzuschätzen. Die Augendruck-Messung dient aber auch zur Kontrolle der Therapie. „Es ist wissenschaftlich belegt, dass Augentropfen, die den Augeninnendruck senken, das Fortschreiten der Glaukomerkrankung stoppen oder zumindest verlangsamen und damit Sehvermögen retten“, erklärt Grehn. Dies gelte auch für jene Glaukomfälle, bei denen der Augeninnendruck im Bereich der Werte gesunder Menschen liegt. „Auch bei solchen Normaldruckglaukomen kann die medikamentöse Absenkung des Augeninnendrucks auf niedrigere Werte die Krankheit aufhalten“, so Grehn.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)