Diagnose oft erst nach Knochenbruch

Die Knochendichte ist bei diesen Patienten bereits um ein Drittel gesunken. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie stellen Experten neue Strategien zur Therapie der Osteoporose vor.

Frühzeitige Diagnose und Behandlung könnten diese Zahl senken und den - überwiegend weiblichen - Betroffenen helfen: "Es wäre äußerst effektiv, ab einem Altern von 55 Jahren die Knochendichte in der Bevölkerung zu screenen", sagt Professor Doktor Joachim Grifka, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Bislang finanzieren die gesetzlichen Krankenkassen die Messung der Knochendichte erst, wenn ein Knochenbruch vorliegt. Deshalb erfahren viele Betroffene von ihrer Krankheit erst durch einen Knochenbruch.

Rechtzeitig erkannt, ließe sich die Krankheit behandeln und ihr Fortschreiten aufhalten. "Wir finden immer genauer heraus, welche biologischen Prozesse zum Knochenabbau führen und können medikamentös immer besser eingreifen", so Grifka. Einerseits gilt es, den Abbau zu bremsen. Andererseits können neue Medikamente Knochenstruktur und -stabilität verbessern.

Doch auch ohne Medikamente lässt sich Osteoporose vorbeugen und - in Grenzen - behandeln: Gesunde Knochen sind auf Druck und Zug angewiesen. Diese Reize erfahren sie nur durch Bewegung. "Deshalb geht bei bettlägerigen Patienten die Knochenmasse besonders schnell zurück", erläutert Professor Grifka. Besonders für Menschen mit Osteoporose im Frühstadium seien regelmäßige Bewegung, Gymnastik oder Sport deshalb fester Bestandteil der Therapie.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.