Diagnose von Herzrhythmusstörungen

Foto: Gezeichnete Linien auf Papier

Ein EKG zeichnet die Herzaktivität
auf; © SXC

Die Diagnose war bislang meist schwierig, weil Vorhofflimmern häufig keine Symptome verursacht oder anfallsartig auftritt. Die Herzrhythmusstörung konnte bislang nur dann diagnostiziert werden, wenn sie auch tatsächlich im Untersuchungszeitraum - also während der Aufzeichnung des Elektrokardiogramms (EKGs) - auftrat.

Kikillus vom Institut für Biomedizinische Technik des KIT hat eine Untersuchungsmethode entwickelt, mit der sich Vorhofflimmer-Patienten zuverlässig erkennen lassen. Und zwar auch dann, wenn während der Untersuchung kein Vorhofflimmern auftritt. Dazu analysiert die von Kikillus entwickelte "evidensa"-Software am PC ein etwa 45-minütiges Einkanal-EKG. Grundlage ist ein neuartiger Algorithmus, der auf Parametern der Herzfrequenzvariabilität basiert. Aus diesem Einkanal-EKG lassen sich insgesamt 25 Merkmale aus dem Zeit-, Frequenzbereich und nichtlinearen Zeitbereich bestimmen, die anschließend klassifiziert werden.

"Eine frühzeitige Diagnose von Vorhofflimmer-Patienten ermöglicht eine Therapie und damit eine bis zu 70-prozentige Reduzierung des Schlaganfallrisikos", erläutert die Wissenschaftlerin. "Die Methode lässt sich schnell und einfach anwenden, so dass sie sich auch für breit angelegte Reihenuntersuchungen, so genannte Screenings, gut eignet."

Bis zur Marktreife rechnet Kikillus noch maximal zwei Jahre. Bis dahin gilt es, die Ergebnisse mit Hilfe weiterer Datensätze zu verfeinern und zu verbessern. Ziel ist, Kliniken sowie Hausarztpraxen mit der "evidensa" Software auszustattten. "Sofort nach Analyse des EKGs trifft die Software mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 96 Prozent die Entscheidung: "Vorhofflimmerpatient Ja" oder "Vorhofflimmerpatient Nein“, sagt Kikillus.

MEDICA.de; Quelle: Karlsruher Institut für Technologie