Dicke Bäuche erhöhen das Risiko

Indikator Bauchumfang; © Hemera

Dazu Prof. Dr. Sigmund Silber: "Mit einem durchschnittlichen Umfang von 99,9 Zentimetern bei Männern und 89,7 Zentimetern bei Frauen sind die deutschen Bäuche eindeutig zu dick. Und wer um die Leibesmitte zu viel Umfang ausweist, hat auch gehäuft andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

Die Ergebnisse wurden zu Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder einer bereits bekannten koronaren Herzerkrankung in Beziehung gesetzt. So weisen etwa Menschen mit einem erhöhten Blutdruck einen durchschnittlichen Bauchumfang von 105,3 Zentimetern (Männer) und 97,1 Zentimetern (Frauen) auf. Bei ihren nicht unter Bluthochdruck leidenden Zeitgenossen liegen die entsprechenden Bauchmaße bei 96,3 Zentimetern (Männer) und 85,7 Zentimetern (Frauen). Auch Diabetiker sind mit durchschnittlich 106,9 Zentimetern (Männer) und 100 Zentimetern (Frauen) deutlich dicker als Nicht-Diabetiker mit 98,4 beziehungsweise 88,2 Zentimetern Umfang.

Lange Zeit galt vor allem der Body Mass Index (BMI) als Ausdruck des gesamten Übergewichtes als ein wichtiger Indikator für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Zunehmend betonen Experten nun die Bedeutung des Bauchumfangs als Marker für den Anteil von nicht sichtbarem, viszeralem Fettgewebe in der Bauchhöhle. Die von Prof. Silber präsentierte Studie ging erstmals in großem Rahmen der Frage nach, wie es um das Bauchfett der Deutschen bestellt ist.

Medizinische Fachgesellschaften definieren als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko einen Bauchumfang bei Männern von mehr als 94 Zentimetern und bei Frauen von mehr als 80 Zentimetern. Ein "deutlich erhöhtes" Risiko liegt vor, wenn bei Männern der Bauchumfang mehr als 102 Zentimeter und bei Frauen mehr als 88 Zentimeter beträgt.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.