Wenn Frauen schwanger werden, dann legen sie an Gewicht zu. Das ist normal. Doch der Gewichtszuwachs sollte im Rahmen bleiben. Amerikanische Fachgesellschaften wie etwa das „Institute of Medicine“ empfehlen, dass Frauen mit einem BMI von unter 19,8 kg/m2 vor der Geburt während der Schwangerschaft zwischen 12,5 und 18 Kilogramm zunehmen sollten. Liegt der BMI vor der Schwangerschaft zwischen 19,8 und 26 kg/m2, dann ist eine Gewichtszunahme von 11,5 bis 16 Kilogramm erlaubt. Verschiedentlich haben Ärzte beobachtet, dass jene Frauen, die während der Schwangerschaft besonders stark zunahmen, auch häufiger dicke Kinder hatten. In einer Studie wurde dieser Zusammenhang nun näher untersucht.

Dazu dienten die Daten des „Collaborative Perinatal Project“, an dem zwischen 1959 und 1972 10.226 Personen teilnahmen. Von allen Teilnehmern hatten die damaligen Wissenschaftler umfangreiche anthropometrische und soziodemographische Daten erhoben. In der aktuellen Studie interessierten sich die Wissenschaftler für den Zusammenhang zwischen der Gewichtszunahme der Mutter während der Schwangerschaft und dem Gewicht der Kinder im Alter von sieben Jahren.

Tatsächlich zeigte sich da ein signifikanter Zusammenhang: Kinder jener Frauen, die während der Schwangerschaft stärker zunahmen als vom „Institute of Medicine“ empfohlen, hatten ein 48 Prozent höheres Risiko, im Alter von sieben Jahren übergewichtig zu sein als Kinder von Müttern, deren Gewichtszunahme im Rahmen des Normalen blieb. Besonders stark war dieser Zusammenhang bei Kindern jener Mütter, die vor der Schwangerschaft untergewichtig gewesen waren.

Natürlich stellt sich die Frage nach der Kausalität. Möglicherweise sind Schwangere, die besonders stark zunehmen, auch in Bezug auf die Ernährung ihrer Kinder disziplinloser als andere Mütter. Weitere Studien sollen das klären.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2008, Vol. 87, S. 1818-1824