Welche Therapieoptionen haben Ärzte bei akuten Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich? Sie verschreiben Bewegung und verbieten dem Patienten, zu lange im Bett zu bleiben. Außerdem gehört Paracetamol oft zu den ersten Wirkstoffen, die eingesetzt werden. Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Manipulationen am Rücken wie etwa Chirotherapie werden danach meist eingesetzt. Allerdings haben NSAR oft Nebenwirkungen und manipulative Therapien können nur von Spezialisten ausgeführt werden und sind ebenfalls nicht selten mit Nebenwirkungen behaftet.

In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, welchen Wert der Wirkstoff Diclofenac aus der Gruppe der NSAR oder spinale Manipulationstechniken beziehungsweise beides als zusätzliche Therapie bei Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich haben.

240 Patienten mit entsprechenden Beschwerden nahmen an dieser Studie teil. Alle hatten bereits Paracetamol als „Erste Hilfe“ bekommen. Randomisiert wurden sie daraufhin einer Gruppe zugeteilt, die zwei Mal täglich 50 mg Diclofenac erhielt oder spinale Manipulationstechniken oder beides beziehungsweise nur Placebo.

Ernüchterndes Ergebnis: Weder Diclofenac noch spinale Manipulationstechniken verkürzten die Zeit, bis die Patienten sich wieder erholten. Eine, zwei, vier und zwölf Wochen nach Beginn der Studie hatten sich ebenso wenig die Schmerzintensität, Unbeweglichkeit oder das körperliche Leistungsvermögen unter Diclofenac oder spinaler Manipulation besser erholt als unter Paracetamol und Bewegung alleine. Allerdings hatten 22 Patienten unter unerwünschten Nebenwirkungen zu leiden, die auf die NSAR zurückzuführen sind, wie etwa gastrointestinale Beschwerden.

Angesichts dieses schlechten Nutzen-Risiko-Profils raten die Studienautoren, bei Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich auf Diclofenac zu verzichten.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2007, Vol. 370, S. 1638-1643