Koffein erhöht akut den Blutdruck. Dies ist eine Wirkung, die von vielen Menschen geschätzt wird. Allerdings sinkt der Blutdruck nach einiger Zeit wieder. Daher dürfte Koffein nicht zur Hypertonie führen, auch nicht bei Einnahme größerer Mengen. Im Jahre 2002 hatte eine Studie nachgewiesen, dass fünf Tassen Kaffee pro Tag bei Männern das Risiko einer Hypertonie nicht erhöhen. Ob das auch für Frauen gilt, ist bislang kaum untersucht worden.

Nun kommen Daten von den „Nurses' Health Studies (NHSs) I and II.“. 155.594 US-amerikanische Frauen wurden in den Jahren 1990 und 1991 dafür gewonnen und zwölf Jahre lang bis zu den Jahren 2002 und 2003 nachverfolgt. Keine der Frauen hatte zu Beginn der Studie Hypertonie.

Während des Nachbeobachtungszeitraums traten in den beiden Teilstudien 19.541 (NHS I) und 13.536 (NHS II) Fälle von Hypertonie auf. Als man diese Fälle mit den Ernährungsgewohnheiten der Frauen verglich stellte man fest: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Koffeinaufnahme und dem Hypertonie-Risiko.

Überraschend dann das Ergebnis, als man einzelne koffeinhaltige Getränke einzeln untersuchte. Während Kaffee das Hypertonierisiko nicht erhöht, zeigt sich offenbar bei Frauen ein klarer Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Genuss von Cola-Getränken und dem Hypertonierisiko. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um zuckerhaltige oder Diät-Cola handelt (p kleiner 0.001). Jene Frauen, die in Bezug auf den Genuss von Cola-Getränken in der höchsten Quartile liegen, haben ein um 16 bis 44 Prozent höheres Risiko für eine Hypertonie.

Völlige Entwarnung für Tee: Dieses Getränk erhöht das Hypertonierisiko nicht.

Natürlich stellt sich die Frage, warum Cola das Hypertonierisiko erhöht, nicht aber der Kaffee. Weitere Studien sollen diese Frage nun klären.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2005, Vol. 294, S. 2330-2335