Die Hälfte entsteht im Alter

Das zeigen die neuesten Ergebnisse der Krankheitskostenrechnung, einem Rechensystem des Statistischen Bundesamtes, das die ökonomischen Konsequenzen von Krankheiten für die deutsche Volkswirtschaft abschätzt.

Über alle Altersgruppen hinweg summierten sich die Krankheitskosten im Jahr 2006 auf einen Betrag von rund 236,0 Milliarden Euro. Dazu zählen – bis auf die Investitionen im Gesundheitswesen – sämtliche Gesundheitsausgaben, die unmittelbar mit einer medizinischen Heilbehandlung, einer Präventions-, Rehabilitations- oder Pflegemaßnahme verbunden waren.

Die Krankheitskostenrechnung zeigt, wie sich der krankheitsbedingte Ressourcenverbrauch auf Krankheiten und die Bevölkerung nach Alter und Geschlecht verteilt. Danach wurde im Jahr 2006 mit rund 60,1 Milliarden Euro über die Hälfte der Krankheitskosten älterer Menschen durch nur vier Krankheitsgruppen verursacht: Die höchsten Kosten von 24,6 Milliarden Euro waren im Alter auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Mit Abstand folgten im Anschluss: Muskel-Skelett-Erkrankungen (13,1 Milliarden Euro), psychische und Verhaltensstörungen (12,7 Milliarden Euro) sowie Krankheiten des Verdauungssystems (9,8 Milliarden Euro).

Ausgeprägt war bei älteren Menschen auch der Anstieg der Krankheitskosten im Zeitverlauf: Von 2002, dem ersten Berichtsjahr der zweijährlich durchgeführten Statistik, bis zum Jahr 2006 nahmen die Krankheitskosten der 65-Jährigen und Älteren um 16,5 Milliarden Euro zu. Zum Vergleich: Insgesamt stiegen die Krankheitskosten in diesem Zeitraum um 17,2 Milliarden Euro.

Da gleichzeitig auch die Zahl älterer Menschen in Deutschland zugenommen hat, fällt die Entwicklung der Pro-Kopf-Krankheitskosten moderater aus: Gegenüber 2002 stiegen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Kosten im Alter von 65 Jahren und mehr um 4,0 Prozent auf 6910 Euro (+ 270 Euro). In der Altersgruppe bis 65 Jahre erhöhten sie sich im Vergleich dazu um 3,5 Prozent auf 1880 Euro (+ 60 Euro).

MEDICA.de; Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland