Die Haut als Salzspeicher

Foto: Fresszellen (rot) im Bindegewebsraum der Haut

Makrophagen (rot) steuern den
Speicherprozess von Salz in der
Haut; © Uni Erlangen

Das sind neue Erkenntnisse über einen Zusammenhang zwischen Salzzufuhr und Bluthochdruck. Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist vom Bluthochdruck betroffen, und erhöhter Blutdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Gefäßveränderungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenerkrankungen.

Kochsalz ist ein unverzichtbarer Nahrungsbestandteil. Doch was vor Jahrhunderten ein rares und teures Gut war, stellt heute eine unüberschaubare Belastung dar. Es ist unbestritten, dass die tägliche Kochsalzzufuhr in Industrieländern weit über dem tatsächlichen Bedarf liegt. Wie der Körper mit vermehrt zugeführtem Kochsalz umgeht und welche langfristigen Gesundheitsfolgen sich daraus ergeben, ist aber umstritten. Überschüssiges Salz wird über die Nieren wieder ausgeschieden, kann aber offensichtlich auch in der Haut "zwischengelagert" werden.

Der Speicherprozess in der Haut wird, wie die Arbeitsgruppe von Doktor Jens Titze vom Universitätsklinikum Erlangen zeigen konnte, von Fresszellen, sogenannten "Makrophagen" gesteuert. Die Forscher fanden heraus, dass in diesen Zellen ein Genschalter bei salzhaltiger Nahrung aktiviert wird. Daraufhin kommt es zur vermehrten Bildung eines Wachstumsfaktors, der die Bildung von Lymphgefäßen steuert. Wird diese Neubildung gehemmt, bleibt zu viel Salz in der Haut gespeichert und der Blutdruck steigt an.

Die Beobachtung, dass Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck deutlich erhöhte Spiegel dieses Wachstumsfaktors im Blut haben, weist auf die Relevanz dieser Befunde für die Bluthochdruckentstehung beim Menschen hin.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg