Die Herausforderung Demenz

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Demenz zecihnet sich zunächst
durch Vergesslichkeit aus;
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Mit der Erstellung der Expertise wurde im Herbst 2011 das Saarbrücker iso-Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft von dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beauftragt.

Demenz ist eine der großen sozial- und gesundheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft. Vor diesem Hintergrund hatte das Europäische Parlament die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Januar 2011 aufgefordert, nationale Demenzstrategien für ein koordiniertes Vorgehen zu entwickeln. In einer Reihe von Ländern, allen voran in Frankreich und Großbritannien, sind in den letzten Jahren nationale Demenzpläne erstellt worden. Ausgangspunkt für die Studie war die Frage, inwiefern Deutschland aus den Erfahrungen der anderen Länder für die Entwicklung einer nationalen Strategie lernen kann. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 10 Demenzpläne aus Ländern Europas sowie aus Australien ausgewertet, darüber hinaus wurden Expertinnen und Experten befragt, welche Bedarfe und Anforderungen sie für eine nationale Demenzstrategie Deutschlands sehen.

„In einem Punkt sind sich alle Experten einig“, formuliert Sabine Kirchen-Peters das zentrale Ergebnis, „Deutschland braucht einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft, um der Krankheit Demenz den Schrecken zu nehmen. Dazu müssen alle Akteure an einem Strang ziehen.“ Die Handlungsempfehlungen der Saarbrücker Forscher benennen vier zentrale Handlungsfelder, um die Situation von Demenzkranken zu verbessern: Information und Aufklärung in der Gesellschaft, die Verbesserung der Unterstützung von Betroffenen und ihren Familien, die Optimierung der Qualität der Versorgung von Menschen mit Demenz zu Hause, im Pflegeheim und auch im Akutkrankenhaus sowie die Stärkung der Forschung. Schließlich wird vorgeschlagen, eine nationale Demenzstrategie unter breiter Beteiligung der Akteure und der Betroffenen zu entwickeln.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft