Studien haben gezeigt, dass das Ergebnis von Herztransplantationen bei kleinen Kindern anders ist als bei älteren Kindern und Jugendlichen. Wachstum und Herzfunktion sind zwar in der Regel sehr gut. Es treten jedoch oft andere Probleme auf wie zum Beispiel Tumore oder Infektionen.

Genaueres zeigt jetzt eine retrospektive Studie, in der die Daten von 38 kleinen Kindern im Alter unter einen Jahr mit den Daten von 33 älteren Kindern über einem Jahr verglichen wurden. Alle Kinder hatten ein neues Herz erhalten. Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum betrug 6,5 Jahre (kleine Kinder) beziehungsweise 4,5 Jahre (ältere Kinder).

Bei den kleinen Kindern traten signifikant mehr schwere und chronische Infektionen auf als bei den ältren Kindern. Während sich jene, die ihr neues Herz vor dem ersten Geburtstag bekommen hatten, mit durchschnittlich zwei schweren Infektionen innerhalb von zehn Jahren auseinander setzen mussten, traten in der anderen Gruppe innerhalb eines Jahrzehnts nur durchschnittlich 0,3 schwere Infektionen auf (p kleiner 0.001). Die Art der Infektionen war ähnlich wie in der Allgemeinbevölkerung: Pneumonien, Virusinfektionen des Respirationstrakts und Sinusitiden.

Auch chronische und rekurrierende Infektionen traten in der ersten Gruppe häufiger auf als in der zweiten: durchschnittlich 4,5 chronische Infektionen pro zehn Jahren (Transplantation vor dem ersten Geburtstag) versus 1,8 chronische Infektionen (Transplantation nach dem ersten Geburtstag; p kleiner 0.001). Am häufigsten waren Sinusitis, Pneumonie und Otitis media.

Die Studienleiter vermuten die Ursache dieser unterschiedlichen Morbiditäten in der Immunsuppression der Kinder. Sehr kleine Kinder vor dem ersten Geburtstag reagieren offensichtlich sehr viel stärker auf eine Immunsuppression, selbst wenn sie schwach ist, als ältere Kinder.

MEDICA.de; Quelle: World Transplant Congress 2006 Abstract 435