Dr. Quinn Biggs von der “Uniformed Services University of the Health Sciences” in Bethesda, Maryland, USA, hat 100 Oper von Unfällen im Straßenverkehr zwei Tage bis drei Wochen nach ihrem Unfall in einem Traumazentrum im Süden von Chicago psychiatrisch untersucht. Drei Viertel der Patienten waren Opfer von Autounfällen. Die anderen wurden als Motorradfahrer oder Fußgänger in Verkehrsunfälle verwickelt. In vielen Fällen waren die Unfälle schwer. Einige hatten sich überschlagen oder waren bis zu 45 Minuten lang in einem Autowrack eingeklemmt. Jeder Zweite hatte dabei das Bewusstsein verloren. 23 wurden Zeugen, wie eine nahe stehende Person verletzt wurde und eine Person musste sogar den Tod eines anderen Menschen mit ansehen.

Zur Diagnose der psychiatrischen Störungen nutzte der Wissenschaftler den “Davidson Trauma Scale” (DTS) für die Diagnose des traumatischen Stresses, den “Center for Epidemiologic Studies Depression Scale“ (CES-D) für die Diagnose von Depressionen, den „Beck Anxiety Inventory“ (BAI) zur Diagnose von Angststörungen und das „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 4th ed“ (DSM-IV) zur Diagnose anderer psychiatrischer Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Unfall.

22 von 100 Unfallopfern zeigten Symptome akuten Stresses. Obwohl erst wenig Zeit vergangen war seit dem Unfall waren bei 27 Personen deutliche Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung zu entdecken. 26 Personen zeigten depressive Störungen und 20 Unfallopfer Angststörungen.

Allerdings weist der Studienleiter darauf hin, dass einige Unfallopfer möglicherweise bereits vor dem Unfall psychisch gestört waren. Vor allem jene, die den Unfall selbst betrunken verursacht hatten. Das sollen nun weitere Studien klären.

MEDICA.de; Quelle: American Psychiatric Association 161st Annual Meeting Abstract NR6-114