In Deutschland sind rund 60.000 Patienten auf eine regelmäßige Blutwäsche angewiesen. Nur etwa fünf Prozent wenden täglich ein Verfahren an, das schonend und sehr effektiv den Körper von Schadstoffen befreit und entwässert: die Peritonealdialyse (PD).

"Dass die Bauchfelldialyse Vorteile bietet, haben wissenschaftliche Studien in den letzten Jahren erwiesen", erklärt Professor Dr. Martin Zeier, Ärztlicher Leiter der Sektion Nephrologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. "Hier ist Deutschland jedoch nach wie vor ein Entwicklungsland."

So zeigen umfangreiche Daten aus den USA, dass PD-Patienten eine höhere Lebenserwartung nach Nierentransplantation haben als Hämodialyse (HD)-Patienten. Erhalten PD-Patienten eine Spenderniere, funktioniert das Transplantat zu Beginn schneller als bei HD-Patienten. Auch bei der Zufriedenheit mit ihrer Behandlung liegt Bauchfelldialyse vorne.

"Vor allem Patienten mit Kreislaufproblemen profitieren von dieser sanften Dialyse", erklärt Dr. Vedat Schwenger, Leitender Oberarzt der Sektion Nephrologie der Medizinischen Klinik. Der Patient muss nicht ins Dialysezentrum, sondern kann sich flexibel zu Haus selbst behandeln und stellt sich nur einmal alle sechs Wochen im Dialysezentrum vor.

Durch technische Neuerungen wie sterile geschlossene Dialysatsysteme konnte das Risiko einer Bauchfellentzündung auf etwa ein Vorfall pro 40 bis 70 Behandlungsmonate reduziert werden.

Ideal ist die Bauchfelldialyse außerdem für jüngere Patienten, die flexibler auf die Anforderungen des Berufslebens reagieren möchten und keine streng geregelten Arbeitszeiten haben. Hier hat sich auch der Einsatz des "Cyclers" bewährt, eines Geräts, das in der Nacht, während der Patient schläft, die Flüssigkeit im Bauchraum austauscht.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg