Die Pille erhöht das Brustkrebsrisiko

Die Pille scheint Brustkrebs zu
begünstigen; © NCI Visuals Online

In den USA ist jede fünfte Frau, die an Brustkrebs erkrankt, jünger als 50 Jahre. Die erhöhte Prävalenz des Mammakarzinoms in den vergangenen Jahrzehnten geht tatsächlich vor allem auf das Konto der jüngeren Frauen. Häufig wurde der Verdacht geäußert, dass das Aufkommen der oralen Kontrazeptiva, also der „Pille“, dafür mitverantwortlich sein könnte. Die Datenlage dazu war aber nicht eindeutig.

Dass dies tatsächlich so sein könnte, zeigt jetzt eine Meta-Analyse von Studien, die seit 1980 den Zusammenhang zwischen der Einnahme von oralen Kontrazeptiva und prämenopausalem Brustkrebs untersucht haben. 34 Studien entsprachen den Einschlusskriterien.

Frauen, die die „Pille“ einnahmen oder einnehmen, haben demnach tatsächlich ein erhöhtes Risiko, vor dem 50. Lebensjahr an Brustkrebs zu erkranken: Das relative Risiko liegt bei 1.19, und zwar unabhängig von der Art der eingenommenen Hormone. Betroffen sind gleichermaßen Frauen, die Kinder geboren haben und kinderlos gebliebene Frauen.

Bei Frauen, die ein Kind geboren haben, ist das Risiko eines Mammakarzinoms ausgeprägter dann, wenn die „Pille“ vor der ersten Schwangerschaft genommen wurde (relatives Risiko: 1.44) als nach der ersten Schwangerschaft (relatives Risiko: 1.15). Das höchste relative Risiko tragen offenbar Frauen, die mindestens vier Jahre vor der ersten Schwangerschaft ein orales Kontrazeptivum verwendeten (relatives Risiko: 1.52).

Das Ergebnis dieser Studie zeigt nach Ansicht der Autoren, dass die Langzeitauswirkungen der Verwendung oraler Kontrazeptiva nun allmählich besser in den Blick genommen werden sollten. Neben der Familienanamnese, dem Zeitpunkt der Menarche und anderer Faktoren ist die Einnahme der „Pille“ also offenbar als weiterer Risikofaktor für das Mammakarzinom anzusehen.

MEDICA.de; Quelle: Mayo Clinic Proceedings 2006, Vol. 81, S. 1290-1302