Die venöse Thromboembolie (VTE) wird jetzt allgemein als ein bedeutendes weltweites Gesundheitsproblem angesehen. Jährlich sterben an einer VTE in Europa und Nordamerika ungefähr 160 pro 100.000 Personen.

Die 2006-Leitlinien betonen besonders die Thromboseprophylaxe sowohl bei internistischen als auch bei chirurgischen Patienten. Internistische Patienten verursachen den größten Teil der krankheitsbedingten Belastung. Es wird dringend empfohlen, dass „alle akut erkrankten internistischen Patienten routinemäßig hinsichtlich ihres Risikos einer venösen Thromboembolie überprüft werden und eine geeignete Thromboseprophylaxe erwogen wird“, so heißt es wörtlich. Dabei liegt das Hauptgewicht auf einer Prophylaxe, die hinsichtlich der Wahl des Wirkstoffs und der Anwendungsdauer angemessen ist.

Wenn eine pharmakologische Prophylaxe kontraindiziert sein sollte, werden als Alternative mechanische Methoden wie intermittierende pneumatische Kompression (IPK) und abgestufte Kompressionsstrümpfe zur Prophylaxe einer tiefen Beinvenenthrombose empfohlen.

Das Risiko einer venösen Thromboembolie ist bei Krebspatienten besonders groß. Thrombose ist die zweithäufigste Todesursache bei Patienten mit einer bekannten Krebserkrankung. Bei Krebspatienten steigern bekanntermaßen sowohl die fortschreitende Krankheit als auch die gegen den Krebs gerichtete Therapie das Thromboserisiko. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass bei Patienten mit hohem Thromboserisiko eine adäquate Prophylaxe durchgeführt wird.

Heparine mit niedrigem Molekulargewicht (niedermolekulare Heparine NMHs) bleiben die Hauptstütze bei Prävention und Behandlung der VTE.

MEDICA.de; Quelle: International Angiology 2006, Vol. 25(2), S. 101-161