Die Prostata profitiert nicht

Vitaminpillen mindern nicht das Risiko
von Prostatakrebs; © Hemera

Es hat schon mehrfach Studien gegeben, die den Zusammenhang von Vitaminaufnahme und Risiko eines Prostatakarzinoms untersuchten. Die Ergebnisse waren jedoch sehr unterschiedlich.

Wissenschaftler des "National Cancer Institute" in Bethesda, Maryland, USA, haben jetzt Daten der großen "Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian (PLCO) Cancer Screening trial" genutzt, um den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Vitamin E, Beta-Karotin und Vitamin C und dem Risiko eines Prostatakarzinoms zu untersuchen. 29.361 Männer nahmen an dieser Studie teil. Alle Männer zwischen 55 und 74 Jahren wurden zudem mittels PSA-Test auf Vorliegen eines Prostatakarzinoms gescreent. Zu Beginn der Studie füllten die Probanden einen Fragebogen zu ihren Nahrungsgewohnheiten aus. Auf dessen Basis schätzten die Studienleiter die Aufnahme der verschiedenen Vitamine.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von 4,2 Jahren traten 1.338 Fälle eines Prostatakarzinoms auf. Der Vergleich mit der Vitaminaufnahme fiel ernüchternd aus: Egal, wie viel Vitamine die Männer im Laufe ihres Lebens zu sich genommen hatten: Das Risiko eines Prostatakarzinoms war immer dasselbe.

Lediglich Männer, die relativ wenig Beta-Karotin im Körper haben, profitieren von zusätzlichen Vitamin-Supplementen. Ebenso Raucher oder solche, die in den letzten zehn Jahren das Rauchen aufgegeben haben. In diesen Fällen senken hohe Gaben von Vitamin E das Risiko eines Prostatakarzinoms erheblich. Möglicherweise wirkt das Vitamin E bei Rauchern den genetischen Schäden des Rauchens entgegen.

Obwohl der Nachbeobachtungszeitraum sehr kurz war, zeigt diese Studie nach Ansicht der Studienautoren ganz deutlich, dass es unnötig ist, Männern zu Vitaminsupplementen zu raten, zumindest in Bezug auf das Prostatakarzinomrisiko.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the National Cancer Institute 2006, Vol. 98, S. 245-254