Die Rolle des Specks bei Herzinsuffizienz

Eine "schwere" Frage: Hat der Speck
einen Nutzen?; © NCI Visuals Online

Beide Studien untersuchten den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Herzinsuffizienz. In einer der Untersuchungen aus Michigan, USA, analysierte man retrospektiv die Daten von Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von weniger als 40 Prozent, die sich mindesten zwei Katheterisierungen des rechten Herzens unterzogen hatten.

Als man das Ergebnis mit dem Body Mass Index (BMI) der Patienten verglich, zeigte sich ganz klar: Übergewichtige Patienten haben ein 3,3-fach höheres Risiko entweder zu sterben oder eine Herztransplantation beziehungsweise eine Maschine zu Unterstützung des Herzens zu benötigen als jene Patienten, deren Gewicht im Normalbereich lag.

In einer anderen Studie untersuchten amerikanische Wissenschaftler ebenfalls retrospektiv die Daten von 1.399 Patienten, die wegen einer Herzinsuffizienz stationär behandelt werden mussten. Die Patienten wurden bis zu fünf Jahre lang nachbeobachtet. In diesem Zeitraum betrug die Gesamtmortalität rund 63 Prozent.

Als man die Mortalität mit dem BMI verglich, zeigte sich: Jene Patienten, die starben, waren seltener übergewichtig als die Überlebenden (32 Prozent versus 43 Prozent , p gleich 0.03). Außerdem litten sie mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit an einem metabolischen Syndrom (35 Prozent versus 43 Prozent, p gleich 0.001).

Experten wiesen beim amerikanischen Kardiologenkongress darauf hin, dass jene Patienten, die übergewichtig sind und an einem metabolischen Syndrom leiden, möglicherweise häufiger medikamentös behandelt werden als die Normalgewichtigen. Außerdem waren unter den "Schlanken" vor allem jene gestorben, die erst kürzlich abgenommen hatten. Das sei wie beim Krebs, sagten Kardiologen: Wenn Patienten kurz vor dem Tod stark abmagern, heißt das nicht, dass Übergewicht vor dem Krebstod schützt.

MEDICA.de; Quelle: American College of Cardiology 55th Annual Scientific Session Posters 964-57 and 964-95