Krebs- und Herzkreislauferkrankungen stellen in allen Regionen der Erde ein erhebliches Problem dar. Von Seiten der Psychologie liegen inzwischen zahlreiche Beobachtungen aus epidemiologischen Untersuchungen sowie Fall-, Verlaufs- und Interventionsstudien vor, die eine Beteiligung psychischer Merkmale bei der Entstehung und dem Verlauf der beiden Erkrankungen wahrscheinlich machen. Allerdings sind die Befunde nicht sehr einheitlich.

Neue Daten liefert jetzt eine Studie namens „HeiDE“. An dieser interdisziplinären Längsschnitt-Untersuchung nahmen mehr als 5.000 Personen beiderlei Geschlechts (Alter zwischen 40 und 65 Jahren) teil. Vor knapp neun Jahren hatten die Studien-Teilnehmer einen umfangreichen Katalog von Persönlichkeitstests bearbeitet und Fragen zum Gesundheitsstatus, den Lebensumständen sowie Ernährungs- und Verhaltensgewohnheiten beantwortet. Beginnend mit dem Jahr 2002 erfolgte eine intensive Nacherhebung. Zwischenzeitlich waren 257 Teilnehmer verstorben. 72 Personen hatten einen Herzinfarkt und 62 einen Schlaganfall erlitten.

Den Ergebnissen zufolge waren die Persönlichkeitsmerkmale Internale Krankheits-Kontroll-Überzeugungen (also der Glaube, durch das eigene Verhalten die Ausbildung und Entwicklung von Krankheiten beeinflussen zu können) mit einem verminderten Risiko für die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen und chronische Zeitnot mit einem verminderten Krebsrisiko assoziiert.

Die Effekte waren unabhängig von Alter, Geschlecht, Rauchen, Alkoholgenuss und einer Reihe weiterer bekannter Krankheitsursachen. Außerdem waren sie zwar statistisch signifikant, aber numerisch relativ gering.

Die Studie ließ offen, welche Prozesse im Einzelnen für die beobachtete Verbindung zwischen Persönlichkeitsmerkmalen auf der einen Seite und den Krankheiten auf der anderen verantwortlich sind.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 1359