Hypertonie und ein hoher Body Mass Index (BMI) sind Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz im höheren Lebensalter. Daher sollten diese beiden Risikofaktoren bereits bei Jugendlichen kontrolliert werden. Das geschieht jedoch nur selten. In einer Studie von Dr Douglas Lee von der University of Toronto sollte nun geklärt werden, welchen Einfluss ein hoher Blutdruck und hoher BMI im mittleren Lebensalter tatsächlich auf das Risiko einer Herzinsuffizienz hat.

Als Basis dienten Daten aus der Framingham Heart Study, 3.362 Probanden aus dieser großen Studie wurden in diese Subanalyse einbezogen. Das Durchschnittsalter lag bei 62 Jahren. Zwischen 1969 und 1994 unterzogen sie sich regelmäßig umfangreichen Untersuchungen. Dazu gehörte auch das Blutdruckmessen und das Messen des Gewichts.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von 20 Jahren trat in 67.240 Personenjahren bei 518 Probanden eine Herzinsuffizienz auf. Dies entspricht einer Rate von 0,92 pro 100 Personenjahre. Wie sich zeigte, sind hoher Blutdruck in der Vergangenheit und ein hoher BMI unabhängige Faktoren, welche das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöhen:

Pro einer Einheit Standardabweichung nach oben beim Blutdruck in den vergangenen zehn Jahren stieg das Risiko einer Herzinsuffizienz um 36 Prozent. Ähnliches galt auch für den BMI: Jede BMI-Einheit mehr im vergangenen Jahrzehnt erhöhte das Risiko um 15 Prozent. Beide Variablen, Blutdruck im vergangenen Jahrzehnt und BMI, waren unabhängig von anderen Variablen.

Nach Ansicht der Autoren zeigt diese Studie, dass die Grundlagen einer Herzinsuffizienz spätestens im mittleren Lebensalter gelegt werden. Möglicherweise liegen die Wurzeln aber sogar schon in der Jugend. Hohe Blutdrücke und vor allem zu viel Gewicht auf den Rippen könnten dazu führen, dass die Gefäße verändert werden, was sich dann Jahrzehnte später am Herzen rächt.

MEDICA.de; Quelle: Hypertension 2007, Vol. 50, S. 869-876