Die Zigarette am Arbeitsplatz ist ein Kollegen-Killer

Kann tödlich für Kollegen sein:
Die Kippe am Arbeitsplatz
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Erstmals zu Beginn der 80er Jahre konnte man nachweisen, dass Passivrauchen das Risiko tödlicher Erkrankungen erhöht. Obwohl inzwischen die Beweise erdrückend sind, dass Passivrauchen die Gesundheit schädigt, ist das Rauchen am Arbeitsplatz noch immer an vielen Orten gestattet. Unter anderem auch in Gaststätten, Bars, Restaurants.

In Großbritannien hat man nun untersucht, wie viele Menschen sterben, weil sie in der Gastronomie oder an anderen Arbeitsplätzen beschäftigt sind, wo das Rauchen erlaubt ist. Dazu zogen die Wissenschaftler Daten aus offiziellen britischen Statistiken zu Todesursachen, Beschäftigungsstatistiken, Raucherstatistiken und anderes heran.

Demnach sterben in Großbritannien jeden Tag statistisch zwei Arbeitnehmer, weil an ihrem Arbeitsplatz geraucht werden darf (617 Tote pro Jahr). Darunter sind 54 Tote, die in der Gastronomie gearbeitet haben.

Bezieht man das Rauchverhalten zu Hause mit ein, lässt sich für Großbritannien statistisch sagen: Jährlich sterben dort 2.700 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren, weil zu Hause geraucht wird. Bei den über 65jährigen sterben sogar jährlich 8.000 Menschen an einer solchen Ursache.

Die Wissenschaftler der School of Population Health, University of Queensland, Herston, Queensland, Australia, haben außerdem ausgerechnet: Würde das Rauchen am Arbeitsplatz verboten, wie das zur Zeit in Irland der Fall ist, könnte das die Zahl der Menschen, die sterben müssen, weil an ihrer Arbeitsstelle geraucht wird, gegen Null drücken.

Und würde in Großbritannien so wenig geraucht wie in Australien, ließe sich die Zahl der Passivrauch-Toten insgesamt um ein Drittel senken.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 812