Die Zukunft droht an der Arbeit zu scheitern

Foto: Pflegerin und Patientin

In der Altenhilfe werden die Arbeitsbedin-
gungen besonders schlecht wahrgenommen;
© panthermedia.net/Miriam Dörr

IAT beruft sich dabei auf eine Auswertung von Daten des „Lohnspiegels“ der Hans-Böckler- Stiftung. Der Lohnspiegel ist eine fortlaufende Online-Erhebung freiwilliger, selbstberichteter Einkommens- und Arbeitsbedingungen, für die über alle Branchen und Berufsgruppen hinweg bisher über 70 000 Fragebögen ausgewertet wurden. Wissenschaftler nahmen Gehälter und Arbeitsbedingungen in den Gesundheitsberufen unter die Lupe:

Im Vergleich mit anderen Berufsgruppen sind die Verhältnisse dort zwar „keineswegs verheerend schlecht“, jedoch gibt es einige Bereiche, in denen es zu massiven Problemen kommt. Als besonders schlecht werden die Arbeitsbedingungen bei geringer qualifizierten Berufsgruppen und in der Altenhilfe wahrgenommen. „Bei knapper werdendem Arbeitskräftepotenzial in der Gesamtwirtschaft und stark wachsendem Bedarf gerade in der Altenhilfe stellt dies eine höchst problematische Situation dar“, warnen die Wissenschaftler. Auch die ambulante allgemein- und fachärztliche Versorgung sowie technische Gesundheitsberufe mit Internationalisierungsdruck waren in den vergangenen Jahren von Umbrüchen betroffen, die Arbeitssituation und Arbeitsplatzsicherheit beeinträchtigten.

Als ein großes Problem der Gesundheitswirtschaft stellten die Wissenschaftler die übermäßig hohe Stressanfälligkeit fest, die – abgesehen von den Ärzten – mit dem Alter noch zunimmt. Konzepte einer belastungsreduzierten, qualifikations- und alternsgerechten Arbeitsgestaltung seien notwendig, um – neben der Einkommensgestaltung – die Arbeit in den Gesundheitsberufen attraktiver zu machen. Nur so ließen sich auch neue Zielgruppen als Arbeitskräfte gewinnen, etwa Berufsrückkehrer oder ausländische Fachkräfte für Medizin und Pflege sowie Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen oder Migrationshintergrund.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik (IAT)