Die gelbe Sonne gibt grünes Licht

Neues Siegel für Kleidung;
© Ruhr-Universität Bochum

Die gelbe Sonne zeichnet ab sofort Kleidungsstücke aus, die einer neuen EU-Norm für Sonnenschutzkleidung entsprechen. Sie müssen dafür einen Lichtschutzfaktor von mindestens 40 haben und die durchgelassene UVA-Strahlung darf 5 Prozent nicht überschreiten. An der Entwicklung des neuen Standards haben die Dermatologen Dr. Klaus Hoffmann, Prof. Dr. Peter Altmeyer und Dr. Thilo Gambichler von der Ruhr-Universität Bochum mitgewirkt.

"Der adäquate Schutz vor UV-Strahlung ist angesichts der steigenden Hautkrebsraten weltweit eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen in der Dermatologie", unterstreicht Dr. Hoffmann. Der effektivste Schutz ist, die Sonne zu meiden und schützende Kleidung zu tragen, ergänzt um Sonnenschutzmittel, das die unbekleideten Hautpartien schützt. Um festzustellen, wie hoch der Schutz durch ein Kleidungsstück ist, hat eine 30-köpfige Arbeitsgruppe, in der Dermatologen, Physiker, Textiltechnologen und Bekleidungshersteller aus ganz Europa zusammenarbeiteten, im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium finanzierten Projekts standardisierte Messmethoden für den UV-Schutz von Textilien entwickelt.

Nun ist die Textilindustrie gefordert, den Standard bei der Herstellung von Sommerbekleidung zu beachten. "Zurzeit sind nur sehr wenige Anbieter auf dem Markt, die entsprechend ausgezeichnete Bekleidung führen", so Hoffmann. Außerdem werde die Bedeutung von UV-schützenden Textilien in der Bevölkerung häufig unterschätzt, stattdessen werde auf die üblichen Sonnenschutzmittel zurückgegriffen. Diese haben jedoch gegenüber den Sonnenschutztextilien den Nachteil, dass sie häufig falsch verwendet werden und zu allergischen Reaktionen führen können.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum