Die herkömmliche Film-Mammographie hat nur eine begrenzte Sensitivität in der Erkennung eines Mammakarzinoms bei Frauen mit radiographisch dichtem Brustgewebe. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob die inzwischen auch verfügbare digitale Mammographie bessere Werte liefern kann. Bei der digitalen Variante lassen sich die Kontraste verändern und besser an dichtes Brustgewebe anpassen.

49.528 Frauen an 33 medizinischen Zentren der USA und Kanadas nahmen an dieser Untersuchung teil, des so genannten „Digital Mammographic Imaging Screening Trial (DMIST)“. Keine der Frauen hatte ein bekanntes Mammakarzinom. Alle unterzogen sich sowohl einer digitalen als auch einer Film-Mammographie. Unabhängig voneinander wurden beide Aufnahmen von zwei Radiologen befundet. Bestand Verdacht auf ein Mammakarzinom, unterzogen sich die Frauen nach zehn Monaten erneut einer Mammographie oder nach 15 Monaten einer Biopsie.

In der Gesamtanalyse zeigte die digitale Mammographie gegenüber der Film-Mammographie keine Vorteile. Wohl aber bei bestimmten Gruppen von Frauen: nämlich den jüngeren Frauen unter 50 Jahre (p gleich 0.002), jenen mit dichtem Brustgewebe (p gleich 0.003) und prä- und perimenopausalen Frauen (p gleich 0.002). In diesen Gruppen konnten die Radiologen mit Hilfe der digitalen Mammographie genauere Aussagen machen als mit der Film-Mammographie.

Trotz dieser partiellen Überlegenheit dürfte die Umrüstung auf standardmäßige Digital-Mammographie noch auf sich warten lassen, zumindest in den USA. Der Grund: Das Verfahren ist wesentlich teurer.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2005, Vol. 353, Early Release