In den USA ist dieser Wirkstoff offenbar schon seit Jahren ohne offizielle Indikation beim RLS eingesetzt worden. Beim Jahreskongress der "American Psychiatric Association" wurden jetzt Daten bekannt, die diesen unkonventionellen Einsatz stützen.

Wissenschaftler erprobten Ropinirol im Rahmen einer Phase-3-Studie zwölf Wochen lang bei RLS. Randomisiert erhielten die Patienten 0,25 bis 0,4 mg/Tag Ropinirol oder Placebo. Nach zwölf Wochen zeigte sich bei den Patienten in der Verumgruppe eine signifikante Besserung der Beschwerden, gemessen anhand der "International Restless Legs Scale Score" (IRLSS). In dieser Gruppe besserte sich auch die Lebensqualität und gewann einen statistisch signifikanten Abstand zu den Patienten der Placebogruppe. Nur 3,7 Prozent der Patienten unter Ropinirol brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab, aber 4,7 Prozent in der Placebogruppe.

Mit Hilfe der "Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS)" und dem "Profile of Mood State (POMS)" bewerteten die Studienleiter sodann den Einfluss des Wirkstoffs auf die Ängstlichkeit. Auch in dieser Kategorie zeigte Ropinirol gegenüber Placebo eine deutliche Überlegenheit.

Die Studienleiter betrachten diese Ergebnisse als Bestätigung der Intuition niedergelassener Neurologen und Psychiater. Die hätten Ropinirol schon seit Jahren bei dieser Indikation eingesetzt und offenbar Erfolge erzielt, sagte einer der Studienleiter auf dem APA-Jahreskongress. Dass aus dieser klinischen Beobachtung nun eine Phase-3-Studie wurde, sei ein gutes Beispiel dafür, dass pharmazeutische Forschung sich nicht nur auf das Labor verlassen dürfe, sondern auch die klinische Erfahrung der Ärzte brauche.

MEDICA.de; Quelle: American Psychiatric Assocation 2005 Annual Meeting: Abstracts NR539, NR 540