15.08.2011

Dr. Langer Medical GmbH

Dr. Langer Medical GmbH erweitert erneut

Heike und Andreas Langer (links stehend)
Mit einer räumlichen Erweiterung und hervorragenden Umsatzsteigerungen startet die Dr. Langer Medical GmbH in ihr 16. Bestehensjahr: Nachdem sich das Medizintechnikunternehmen zunächst im Haus 4 der Fabrik Sonntag in Waldkirch von einer auf zwei Etagen und ins Erdgeschoss des Hauses 4 ausgedehnt hatten, haben Heike und Andreas Langer jetzt auch das Obergeschoss im Haus 6 dazu gemietet.

Gegenüber dem Vorjahr wurde der Umsatz bereits bis August um mehr als 25 Prozent gesteigert: 4 Millionen Euro werden angepeilt. Im Obergeschoss des früheren Spinnereigebäudes ist jetzt mehr Platz für die Firmenleitung des inzwischen auf mehr als 20 Beschäftigte angewachsenen Unternehmens sowie für Besprechungen mit Kunden aus der ganzen Welt, denn die Dr. Langer Medical GmbH vertreibt ihre Produkte inzwischen in 29 Länder, darunter auch nach China, Indien, die USA und Brasilien. Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Produktionsraum, in welchem Neuromonitore mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen hergestellt und mit ebenfalls in Waldkirch entwickelter Software ausgestattet werden. Diese Geräte werden zur Überwachung der Nerventätigkeit bei allgemeinchirurgischen, HNO-spezifischen und neurochirurgischen Operationen eingesetzt sowie die neuesten Entwicklungen auch zur neurologischen Diagnostik und Magnetstimulation. Zu den regionalen Kunden zählen der Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (mit dem Bruder-Klaus-Krankenhaus Waldkirch) und die Uniklinik Freiburg.

Dazu kommt die Herstellung von Zubehör, das teils mehrfach, teils nur als Einwegmaterial verwendet werden kann: Während es in Europa beispielsweise ganz normal ist, dass Sonden nach entsprechender Desinfektion mehrfach verwendet werden, sei dies in arabischen Ländern absolut tabu, berichtet Andreas Langer, Dr.-Ingenieur der Biomedizin-Technik und Bionik.

Wesentliches Standbein des Unternehmens ist der Bereich Forschung und Entwicklung, denn auf dem umkämpften globalen Medizintechnikmarkt ist es von großer Bedeutung, durch neue technologische Spitzenleistungen die Zukunft des Betriebes zu sichern. Etwa ein Viertel der Belegschaft arbeitet in diesem Bereich. Derzeit laufen gleich drei von Bundesministerien unterstützte Forschungsprojekte für die Weiterentwicklung der Überwachung und Stimulation von Nerven. Ein Patent anmelden konnte Andreas Langer auf eine Stimulationssonde, die bei Schilddrüsenoperationen direkt am Nerv platziert wird und dessen laufende Überwachung sicherstellt: Der Operateur hört durch ständige akustische Signale, ob er zu dicht am Nerv operiert oder ob alles zur Zufriedenheit abläuft. 2009 erhielt das Unternehmen den Innovationspreis für Medizintechnik vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Für dieses Jahr wird ein Ausbau des Personals um drei bis fünf Stellen angepeilt. Geeignete Fachkräfte zu finden, sei allerdings ein großes Problem, so dass bei der Suche vor allem auf die Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen gesetzt wird. Mehrere Mitarbeiter sind nach der Diplomarbeit dann gleich ganz eingestiegen, während es andere in größere Unternehmen dieser Branche lockt.

Mit Sorge sehen Heike und Andreas Langer der Sanierung des Hugenwaldtunnels entgegen: Es werde wohl kaum möglich sein, den derzeitigen Reparaturservice – einschicken, reparieren und zurückliefern innerhalb von 24 Stunden (bundesweit) – aufrecht zu erhalten, denn da zähle schon jetzt jede Minute. Langer rechnet mit Mehrkosten für sein Unternehmen im sechsstelligen Bereich.